Zum Plaudern bleibt oft keine Zeit

RORSCHACH. Die Postzustellstelle Rorschach gewährte für einmal tiefe Einblicke. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher liessen sich am Tag der offenen Tür über den Weg von Briefen und Paketen von der Verteilstelle bis in den Briefkasten informieren.

Rudolf Käser
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In der Post-Zustellstelle Rorschach werden täglich weit über 50 000 Briefe und Pakete sortiert und an die Empfänger ausgeliefert. (Bild: Rudolf Käser)

In der Post-Zustellstelle Rorschach werden täglich weit über 50 000 Briefe und Pakete sortiert und an die Empfänger ausgeliefert. (Bild: Rudolf Käser)

RORSCHACH. Ab morgens 4.05 Uhr werden Briefe und Pakete an die Zustellstelle angeliefert. Dann beginnt die Verteilung auf die Orte Rorschach, Goldach, Horn, Rorschacherberg, Staad, Tübach und Untereggen. Viele Besucher erhielten durch die Einblicke Verständnis dafür, weshalb die Post gelegentlich auch mal etwas später im Briefkasten liegt.

Immer noch viel Handarbeit

Beim Rundgang durch die Innenräume der Zustellstelle im Gewerbepark ging vielen ein Licht auf. Gab es zu Beginn noch kritische Stimmen darüber, dass die Post nicht immer rechtzeitig erscheine, so war am Ende der Führung allen klar, was für den Weg von Briefen oder Paketen alles nötig ist. Rorschach stelle drei Teams zu 15 Bediensteten. «Wenn jemand durch Krankheit oder andere Ereignisse ausfällt, bedingt dies Umdispositionen und kann auch zu Verspätungen führen», begründete Teamleiter Rolf Bürkli. Der Rundgang vermittelte eindrücklich, dass bei der Sortierung nach wie vor viel Handarbeit unerlässlich ist.

Ab acht Uhr schwärmen sie aus

Doch ab 8 Uhr schwärmen die Zustellbediensteten, aktuell 30 Prozent Frauen, mit ihren gelben Motorrädern in die Region aus. Diesen Vorgang verfolgen zwei ältere Anwohnerinnen von ihrem Balkon aus fast täglich, und sie finden Spass daran. «Mich beeindruckt die Organisation und alles, was dahintersteckt», urteilte die 82jährige Besucherin. Und ihre Kollegin versicherte, dass sie im Grundsatz mit der Post zufrieden sei. «Der Rundgang hat mich überzeugt, dass die Post bei der Verteilung konzentriert und gut organisiert arbeitet», so Sonja Küng, Familienfrau von Goldach. «Ich finde, sie machen bei der Postzustellung bis in entlegene Gegenden einen sehr guten Job.»

Schwatz und Postsack seltener

«Verschwunden ist der Monsterpostsack», stellte Sonja Küng fest. Ganz ausgestorben sei der Postsack nicht, aber seltener geworden, weil heute andere Mittel zur Verfügung stünden. «Wann bekomme ich meine Post?», ist die häufigste Frage, die uns gestellt wird, sagt Bürkli. Der obligate Schwatz, an den sich die Kunden früher gewohnt waren, sei zwar noch möglich, aber wegen des zeitlichen Drucks eher selten geworden. Zugestellt wird die Post ausschliesslich mit Fahrzeugen. Die Zustellstelle Rorschach zählt derzeit rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat täglich rund 53 000 Sendungen an 15 000 Empfänger zuzustellen.