ZUKUNFTSWEISEND: Raths’ flammender Appell

Thals Bürgerschaft beauftragt den Gemeinderat, die Altersangebote zu überprüfen. Vorgängig zur Abstimmung an der Bürgerversammlung ringt der Gemeindepräsident leidenschaftlich um Zustimmung.

Rudolf Hirtl
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Gemeindepräsident Robert Raths appelliert an der Bürgerversammlung erfolgreich Richtung Stimmbürger, die Volksmotion «Überprüfung der Pflegeheime in der Gemeinde Thal» anzunehmen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Gemeindepräsident Robert Raths appelliert an der Bürgerversammlung erfolgreich Richtung Stimmbürger, die Volksmotion «Überprüfung der Pflegeheime in der Gemeinde Thal» anzunehmen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Rudolf Hirtl

rudolf.hirtl@tagblatt.ch

Mit 145 Ja-Stimmen zu 22 Nein-Stimmen bei 6 Enthaltungen lancieren die 173 anwesenden Thalerinnen und Thaler am Montagabend eine zukunftsgerichtete Alterspolitik. Gemäss der von der CVP-Ortspartei eingebrachten Volksmotion heisst das im Klartext: «Der Gemeinderat von Thal wird beauftragt, die Realisierung eines Pflegeheimes/Pflegewohnheimes bzw. von Alterswohnungen, allenfalls unter Beizug von externer Betreuung, in der äusseren Rhode zu prüfen.»

Vorgängig wird Kritik laut, überhaupt über dieses Thema nachzudenken. «Wir haben mit dem Trüeterhof, der Kruft und der Hächleren bereits drei Standorte für Alterspflege. Die Kapazität ist genügend. Ich bitte Sie, nicht auf die Motion einzutreten», sagt einer der Votanten und erhält dafür hörbaren Applaus. Ein anderer sieht nicht ein, dass gegen bestehende Projekte interveniert wird. «Wir müssen die vorhandenen Ressourcen nutzen», mahnt er.

Bestehende Altersangebote nur in Thal selbst

Dem entgegnet eine Frau, die selbst in der Pflege gearbeitet hat, dass sich zum heutigen Zeitpunkt alle Alters- bzw. Pflegeheime im Dorf Thal befinden würden. Aus ihrer beruflichen Erfahrung wisse sie aber, dass sich pflegebedürftige Menschen in der äusseren Rhode, also Buechen und Altenrhein, wünschten, sie könnten in ihren Dorfteilen bleiben. Auch CVP-Kantonsrat und Neu-Gemeinderat Felix Bischofberger bittet die Versammlung um Zustimmung. «Wir haben festgestellt, dass eine Gesamtschau zur Altersfrage dringend nötig ist. Daher haben wir die Motion auch eingereicht.» Es sei überhaupt nicht die Absicht des Gemeinderates, den Trüeterhof zu schliessen, sollte in der äusseren Rhode etwas gebaut werden, sagt Gemeindepräsident Robert Raths zu diesbezüglichen Befürchtungen. Es gehe nun in erste Linie um eine Standortbestimmung. und um Anpassungen in der sich wandelnden Altersbetreuung. «Wohnen mit ambulanter Pflege, diesem Modell gehört die Zukunft», zeigt er sich überzeugt. Für die äussere Rhode als Ergänzung zur inneren Rhode sei es wichtig zu prüfen, welche Wohnformen möglich seien. Geben Sie der Motion eine Chance», appelliert Raths an die Stimmbürger und betont, dass auch bei einer allfälligen Realisierung nicht über den Steuerfuss finanziert werde, zumal private Investoren für derartige Projekte Schlange stehen würden.

Steuerfuss gesenkt, Lohn offengelegt

Die Volksmotion wird schliesslich, wie eingangs erwähnt, deutlich angenommen. Gar mit nur einer Gegenstimme wird zuvor die Rechnung 2016 durchgewinkt. Der Rechnungsabschluss zeigt gegenüber dem Voranschlag einen Besserabschluss von 3,413 Millionen. Nach einer zusätzlichen Abschreibung von einer Million Franken wird ­ der verbleibende Gewinn von 809635 Franken der Reserve ­zugewiesen, die neu 11,994 Millionen Franken beträgt. «Das gute finanzielle Ergebnis sowie die gute Eigenkapitalbasis ermöglichen für 2017 eine Senkung des Steuerfusses», sagt Raths, der zur Kenntnis nehmen darf, dass der Vorschlag, den Gemeindesteuerfuss um 5 auf 109 Prozent zu senken, mit nur zwei Gegenstimmung angenommen wird. Die Offenlegung seines Lohnes (206191 Franken) wird in der Turnhalle von Altenrhein beinahe gelangweilt und kommentarlos registriert.