ZUKUNFT: Fit für die Digitalisierung

Gestern wurde in der Schweiz der Digital Day zelebriert und gezeigt, was die Digitalisierung bedeutet. Ein Tag pro Jahr reicht allerdings nicht, findet der Verein Startfeld.

Elisabeth Reisp
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Schülerinnen und Schüler erleben Augmented Reality: Durch den Bildschirm betrachtet werden die Figuren auf den Kärtchen lebendig. (Bild: PD)

Schülerinnen und Schüler erleben Augmented Reality: Durch den Bildschirm betrachtet werden die Figuren auf den Kärtchen lebendig. (Bild: PD)

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp@tagblatt.ch

Drei Sekundarklassen aus Appenzell Innerrhoden haben am gestrigen Digital Day in St.Gallen einen Blick in die digitale Zukunft geworfen. Dabei haben sie Dinge wie Augmented Reality, Virtual Reality oder Coding entdeckt. Das Startfeld, die Pädagogische Hochschule St. Gallen, die Empa sowie die Universität St.Gallen haben für diese digitale Wissensvermittlung eigens ein Projekt entwickelt. Das Besondere daran: Das Lehrprogramm soll als festes Angebot im Startfeld ab August allen Schulen und auch der Öffentlichkeit offenstehen. «Wir wollen Digitalisierung und ihre Chancen und Auswirkungen der Öffentlichkeit näherbringen», sagte Cornelia Gut, Geschäftsführerin Stiftung Startfeld, an der gestrigen Medienorientierung.

Gestern durften aber erst einmal die Schüler aus Appenzell Innerrhoden als erste das Programm testen. Als Versuchskaninchen quasi. In drei Workshops setzten sie sich mit den digitalen Errungenschaften auseinander. Vir­tual-Reality-Brillen versetzten die Kinder vermeintlich auf den Grund des Ozeans. Mit einem Augmented-Reality-Programm wurde der auf Papier gezeichnete Globi auf dem Bildschirm eines Tablets plötzlich lebendig und bewegte sich.

«Uns geht es nicht nur darum, den Kindern zu zeigen, welche Spielereien es gibt, sondern sie sollen sich Gedanken machen, wofür man diese Technologien auch anwenden könnte», sagte Matthias Kirf von der Pädagogischen Hochschule. Kirf leitete nicht nur den Workshop am gestrigen Digital Day im Startfeld, er hat auch dazu beigetragen, die Angebote so zu gestalten, dass sie den Schülern stufengerecht vermittelbar sind.

Ideen für eine digitale Schule mussten die Schülerinnen und Schüler ebenfalls entwickeln. Im zweiten Workshop setzten sie sich mit der Frage auseinander, wie sie zum Beispiel in Zukunft wohl den Schulweg meistern.

An der dritten und letzten Station sammelten die Kinder erste Erfahrungen mit Codierung. «Kinder müssen auch in der Schule codieren lernen. Das wird je länger, je wichtiger», sagte Cornelia Gut.

Eine Million für ein öffentliches Startfeld

Das Programm des Startfelds für digitale Wissensvermittlung ist noch so neu, dass es noch keinen Namen hat, wie Cornelia Gut eingesteht. Unter welchem Namen auch immer, soll es im August allen Schulen von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe sowie der gesamten Bevölkerung offenstehen, sagt Gut. Sie stellt sich vor, dass das Startfeld einen Sonntag pro Monat offen ist und die Besucher digitale Errungenschaften entdecken können, «ähnlich wie im Technorama». Dafür habe der Verein Startfeld bisher eine Million Franken gesammelt. «Das reicht noch nicht für einen langfristigen Betrieb, aber wir sammeln weiter», sagte Gut. Der Digitalisierung könne man sich nicht verschliessen. Je früher die Kinder damit in Kontakt kommen, desto besser. Das erleichtere ihnen später den Einstieg in den Beruf und schaffe gut ausgebildete Arbeitskräfte. «Wie Karin Keller-Sutter kürzlich im Interview im ‹Tagblatt› sagte, sollen wir Ostschweizer nicht nur jammern, sondern etwas machen. Das tun wir jetzt.»