«Zündholz» ist brennbereit

GOSSAU. Das Holzkraftwerk im Gossauer Erlenhof ist auf den Namen Zündholz getauft. Die Feuertaufe hat es bereits hinter sich. Nun wird es sukzessive in Betrieb genommen.

Rita Bolt
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Prost auf das Holzkraftwerk: Die Gäste sitzen im Ofen des neuen Kraftwerks, begiessen die Feuertaufe und grillieren Würste. (Bild: Coralie Wenger)

Prost auf das Holzkraftwerk: Die Gäste sitzen im Ofen des neuen Kraftwerks, begiessen die Feuertaufe und grillieren Würste. (Bild: Coralie Wenger)

Zündholz – ein lustiger Name für ein Kraftwerk. «Der Name <Erlenhof Energie AG> war uns zu schwerfällig», sagt Verwaltungsrätin Katharina Lehmann. «Den Namen Zündholz fanden wir passend. Wir zünden ja schliesslich das Holz an.»

Die zündende Idee, im Gossauer Erlenhof ein Kraftwerk zu bauen, wurde vor fast sechs Jahren geboren. Das aus Holz gefertigte Gebäude «Zündholz» steht mittlerweile, und im Ofen des Holzkraftwerks wurde auch zum ersten Mal angefeuert. Aber nicht um Wärme und Strom zu produzieren.

Im Ofen wurde ein offenes Feuer entfacht, Bratwürste gegrillt – und auf das neue Holzkraftwerk angestossen. Mit dieser «Grillete» im Herz des Kraftwerkes ist der Start nach einer Bauzeit von zehn Monaten für die Inbetriebnahme erfolgt.

Restholz verwenden

Der Neubau umfasst das Holzkraftwerk sowie eine Schnitzellagerhalle mit einem Volumen von 2500 Kubikmetern.

Verwertet werden das Restholz wie Rinde oder Hackschnitzel der Holzwerk Lehmann AG und Holz aus umliegenden Wäldern. Der jährliche Bedarf beträgt 55 000 Kubikmeter Schnitzel. Sie werden über ein Förderband der Feuerungsanlage zugeführt. Diese hat eine Feuerleistung von sechs Megawattstunden. Es wird das ORC-Verfahren angewendet, das heisst, mit dem auf 315 Grad aufgeheizten Thermolöl wird das Silikonöl verdampft und damit die Turbine angetrieben.

Es werden jährlich 20 000 Megawattstunden Heizenergie und etwa 5000 Megawattstunden elektrische Energie produziert. Die Wärme wird für die Schnittholztrocknung der Holzwerk Lehmann AG und die Pelletproduktion der Firma Beniwood AG auf dem Erlenhof verwendet, der Strom wird ins Netz der Stadtwerke Gossau eingespeist. «Das wird am 1. November der Fall sein», sagt Katharina Lehmann. Der Strom entspricht ungefähr dem Verbrauch von 1000 Haushalten.

Aus der Verbrennung fallen jährlich etwa 150 Tonnen Asche an, die mit einem speziellen System abgesogen und mit Lastwagen in die Verbrennungsanlage transportiert werden.

Tag der offenen Tür

Das Heizkraftwerk wird gemeinsam getragen von den Firmen im Erlenhof. Das sind die Holzwerk Lehmann AG, die Blumer-Lehmann AG und die Beniwood AG. Letztere ist auch an der Olma (Halle 1 am Stand 1.1.31) vertreten und wird über das Holzkraftwerk Auskunft erteilen.

Die drei Unternehmen bilden den Verwaltungsrat der Erlenhof Energie AG, einer Schwestergesellschaft der Holzwerk Lehmann AG. Am Projekt beteiligt ist die SAK als Investorin und Betreiberin der ORC-Anlage. Die Kosten des Holzkraftwerks belaufen sich auf elf Millionen Franken.

Das moderne Holzkraftwerk soll auch der Bevölkerung zugängig gemacht werden. Voraussichtlich im Januar oder Februar wird es einen Tag der offenen Tür geben. Das Datum sei aber noch nicht fixiert, sagt Katharina Lehmann.

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