Zu viele Unfälle und Verletzte

Auf einem 2,2 Kilometer langen Strassenabschnitt zwischen Flawil und Gossau haben sich innert fünf Jahren 64 Unfälle mit 32 Verletzten ereignet. Nun wird die Sicherheit auf der Flawilerstrasse zwischen Haslenmühle und Oberglatt erhöht.

Hans Suter
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In der Isenhammer-Kurve wird die Strassengeometrie geprüft. Ebenso eine örtliche Temporeduktion auf 60 km/h. (Bild: Andrea Häusler)

In der Isenhammer-Kurve wird die Strassengeometrie geprüft. Ebenso eine örtliche Temporeduktion auf 60 km/h. (Bild: Andrea Häusler)

REGION. Aufgrund der polizeilich festgestellten Unfallhäufigkeit hat das kantonale Tiefbauamt mit einem externen Fachbüro eine Unfallanalyse durchgeführt, um nach den Vorgaben von Via Secura Schwachstellen zu analysieren und zu beheben.

Aus dem Entwurf des Schlussberichts geht gemäss einer Mitteilung der Staatskanzlei hervor, dass sich vom 1. Februar 2009 bis 31. Januar 2014 auf dem 2,2 Kilometer langen Abschnitt der Flawilerstrasse von der Haslenmühle bis nach Oberglatt 64 polizeilich registrierte Verkehrsunfälle ereigneten. Statistisch gesehen ist das ein Unfallschwerpunkt. Dabei wurden 32 Personen verletzt – 24 leicht, 8 schwer.

Mängel festgestellt

Auf dem Streckenabschnitt wurden fünf Stellen ermittelt, wo sich die Unfälle häufen. Diese decken rund 75 Prozent aller Verkehrsunfälle ab. Rund zwei Drittel aller Unfälle sind laut Bericht Schleuder- oder Selbstunfälle und geschehen vorwiegend nachts, mehrheitlich verursacht durch Lenker unter 25 Jahren. Die meisten Ereignisse erfolgten bei schlechter Witterung mit Schnee, Schneematsch oder Glatteis. Als Hauptursache für die Unfälle wurden das Nichtanpassen der Geschwindigkeit an die Strassenverhältnisse und die Linienführung erkannt. Neben dem Fahrverhalten als Hauptunfallursache wurden Mängel an der Strasseninfrastruktur festgestellt. Laut Ralf Bürki, Leiter Strassenbau des Kantons St. Gallen, betrifft dies in erster Linie die Leitpfosten, Rand- und Seitenlinien. Aber auch die Strassengeometrie bedürfe an einigen Stellen einer Überprüfung.

Um die Sicherheit auf der Flawilerstrasse möglichst bald zu erhöhen, haben das kantonale Tiefbauamt und die Kantonspolizei bereits Sanierungsvorschläge ausgearbeitet. Als kurzfristige Massnahme wird das Strassenkreisinspektorat Gossau zusammen mit der Verkehrstechnik der Kantonspolizei die bestehende Signalisation und Markierung verbessern. Insbesondere die Leit- und Randlinien werden erneuert. Ausserdem werden die Abstände der Leitpfosten in den Kurven verkleinert. Die Umsetzung ist noch für dieses Jahr geplant.

Temporeduktion auf 60 km/h

Für die Kurve im Isenhammer und bei der Abzweigung in Oberglatt nach Niederwil prüft die Kantonspolizei eine örtliche Temporeduktion auf 60 km/h. Als langfristige Massnahme soll die Einmündung der Strasse aus Niederwil in die Flawilerstrasse umgebaut werden. Dieses Bauwerk ist allerdings nicht im 16. Strassenbauprogramm des Kantons St. Gallen (2014–2018) enthalten. Zudem wird die Strassengeometrie im Kurvenbereich Bruggwis, Hammerwies und Isenhammer geprüft. Ralf Bürki warnt aber: «Es geht nicht ohne angepasste Geschwindigkeit der Fahrer. Im Durchschnitt liegt das Tempo heute nahe am signalisierten Maximum.»

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