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ZU GAST: Walter Fust – vom Arbeitersohn zum Grossunternehmer

Fust-Haushaltgeräte kennen alle und bei uns auch die Starrag. Wer aber ist der Mensch, der diese Unternehmen prägte? Ein Gespräch in der Bibliothek in Rorschach gibt Einblick in das erstaunliche Berufsleben von Ingenieur Walter Fust.
Unternehmer Walter Fust – Hauptaktionär der Starrag mit Hauptsitz in Rorschacherberg – in der Bibliothek Rorschach. (Bild: Fritz Bichsel)

Unternehmer Walter Fust – Hauptaktionär der Starrag mit Hauptsitz in Rorschacherberg – in der Bibliothek Rorschach. (Bild: Fritz Bichsel)

Die Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg passt: Anlass für den öffentlichen Anlass gibt ein Buch, «Die Fräser der Nation –Die Geschichte der Starrag-Group» – verfasst von Bibliothekar Richard Lehner auf Wunsch von Mehrheitsaktionär Walter Fust zum 120-jährigen Bestehen dieses Weltunternehmens mit Stammwerk in Rorschacherberg.

Den «Dipl. Ing. Fust» gibt es wirklich. Walter Fust hat dem grössten Schweizer Unternehmen für Haushaltgeräte und Küchenbau nicht nur den Namen gegeben, sondern dieses auch aufgebaut – vom ersten Laden bis zur ganzen Kette mit Tausenden von Mitarbeitern. Richard Lehner beginnt das Gespräch im ausgebuchten Lesesaal der Bibliothek mit der Aussage «Das Händele lag mir im Blut» des inzwischen 76-jährigen Unternehmers. Bescheiden erzählt Walter Fust, der in Gossau und Niederuzwil aufwuchs, wie er schon in der Kantizeit mit Töffli handelte und neben dem Studium zum Maschineningenieur einen Versandhandel aufzog.

Wie der Vater – nur ganz anders

Hier spiegelt sich der Einfluss seines Vaters August. Der war Arbeiter in einer Maschinenfabrik, handelte nebenbei mit Velos und machte sich selbstständig als Haushaltgeräte-Händler. Walter Fust verdiente in der Schulzeit erstes Geld auf dem Bau, eröffnete seinen ersten Laden in Bern, übernahm auch das Geschäft des Vaters, baute eine landesweite Kette auf – und begann Aktien zu kaufen. Dass darunter Anteile einer Maschinenfabrik waren, verwundert nicht. Dass das die Starrag war, sei Zufall gewesen, berichtet er. Dieses Interesse hatte ein Mitschüler an der Kanti geweckt, dessen Vater in der Starrag arbeitete. Dem zu einem Weltkonzern erweiterten Unternehmen ist Walter Fust bis heute treu, seit Jahrzehnten als Mehrheitsaktionär. Nach schwierigen Zeiten laufe es «heute so gut wie noch nie», sagt er in der Diskussion. «Der Standort Rorschacherberg ist gut und wird bleiben.»

Aussagen im Gespräch in Rorschach beleuchten, wie Walter Fust so erfolgreich wurde: «Immer mit eigenem Geld arbeiten»; «Wichtige Ladenflächen nicht mieten, sondern kaufen»; «Auch gute Produkte bringen nur Erfolg mit guten Leuten in der Geschäftsleitung»; «Unternehmen leben gefährlich. Viele scheitern wegen Selbstüberschätzung oder Überheblichkeit».

Von unablässig hohem Arbeitseinsatz hatte auch er einmal genug. Er verkaufte Fust an die Warenhauskette Jelmoli. Als diese ins Schlingern geriet, kaufte er sie und damit Fust zurück. Warenhäuser wurden verdrängt durch Fachmärkte, und diese werden von Grossverteilern übernommen. So ging es auch mit der Fust-Kette, die der Unternehmer 66-jährig an Coop verkaufte. Bei ihm blieb jedoch ein grosser Immobilienbestand. All seine Tätigkeiten machten ihn zu einem der Reichsten in der Schweiz. Die «Bilanz» schätzt sein Vermögen auf 750 Millionen Franken.

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

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