Zone 211: Abgeltungen an VBSG steigen

ÖV-Fahrten in die Stadt werden ab Dezember teurer. Betroffen sind aber nicht nur ÖV-Nutzer, sondern auch der FC St. Gallen, die Kitag und das Theater St. Gallen. Sie müssen wohl höhere Abgeltungen für die im Eintrittspreis inbegriffenen ÖV-Billette zahlen.

David Gadze
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Zwischen Gossau und der AFG Arena wird eine Zone eingeschoben. (Bild: Ralph Ribi)

Zwischen Gossau und der AFG Arena wird eine Zone eingeschoben. (Bild: Ralph Ribi)

Die Aufteilung der Ostwind-Zone 210 in eine Stadt- und eine Ringzone (Zone 211) sorgt in den umliegenden Gemeinden für rote Köpfe. Denn dadurch verteuern sich Einzelfahrten in die Stadt ab dem Fahrplanwechsel im Dezember um bis zu 55 Prozent. Umgekehrt ist auch die Stadt St. Gallen bei Fahrten aus dem Stadtgebiet hinaus von dieser Änderung betroffen.

Widerspruch zur ÖV-Förderung

Die Stadt und die Verkehrsbetriebe St. Gallen hatten sich mit den betroffenen Gemeinden gegen die Einführung dieser Massnahme gewehrt. «Sie steht im Widerspruch zum Ziel, den öffentlichen Verkehr zu fördern», sagt VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann. Gerade für Abtwil und Mörschwil, die ins Liniennetz der VBSG eingebunden sind und von deren Bussen bedient werden, sei es ein «enormer Rückschritt».

Eigenmann kritisiert, dass ausgerechnet bei Einzelfahrten, bei denen die Kundenbindung tiefer sei als bei Abos, der Preisaufschlag auf nicht ermässigte Billette so gross ausfällt. «Ich befürchte, dass deswegen die Anzahl der gelegentlichen ÖV-Nutzer aus der und in die Agglomeration zurückgehen wird.» Das Ziel, mit höheren Preisen Mehreinnahmen zu generieren, könne deshalb verfehlt werden.

Das Argument, dass die Stadt ein sehr gutes ÖV-Angebot habe und dieses entsprechend etwas kosten müsse, lässt Eigenmann nicht gelten. «Wir bezahlen ja bereits dafür.» Gerade durch die hohe Nutzung, welche letztlich auch der Grund für das grosse Angebot sei, sei der Kostendeckungsgrad viel höher als in ländlichen Gebieten. Da sich die Beiträge in den ÖV-Gemeindepool des Kantons nach der Anzahl Abfahrten und der Einwohnerzahl einer Gemeinde berechnen, bezahlen die Stadt St. Gallen und die Gemeinden Gaiserwald und Mörschwil bereits überdurchschnittlich viel für dieses Angebot.

Abgeltungen neu verhandeln

Auch mit dem Theater St. Gallen, der Kitag als Betreiberin des Kinos Cinedome und dem FC St. Gallen müssten nun neue Vereinbarungen ausgehandelt werden, sagt Eigenmann. Dabei gehe es um die Abgeltungen der in den jeweiligen Eintrittskarten enthaltenen ÖV-Billette, die bereits bei der bestehenden Zone «grosse Beträge» ausmachten.

Ralf Eigenmann Unternehmensleiter Verkehrsbetriebe St. Gallen (Bild: pd)

Ralf Eigenmann Unternehmensleiter Verkehrsbetriebe St. Gallen (Bild: pd)

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