Zocker, Rocker und vergessliche Polizisten

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Jetzt wissen wir, was wir schon lange geahnt haben: FC-St. Gallen-Trainer Giorgio Contini (Bild) ist ein Zocker. Zwischen 1998 und 2001 pokerte er regelmässig im Restaurant Zum Goldenen Schäfli in der Metzger­gasse. Das hat sein ehemaliger Mannschaftskollege Sergio Colacino in den Spalten dieser Zeitung in der Rubrik «Evergreen» verraten (Tagblatt vom 9. August). Geschadet hat das Kartenspiel nicht. Im Gegenteil: 2000 wurde der FC St. Gallen, mit Contini im Sturm, Schweizer Meister. Nach dem Essen spielten die Fussballer Poker, bevor es ins Nachmittagstraining ging. Ob Contini am Pokertisch bluffte, hat Colacino für sich behalten. Die FC-St. Gallen-Anhänger jedenfalls sind froh, wenn sich der Übungsleiter des ältesten Fussballclubs der Schweiz vor einem Spiel nicht in die Karten schauen lässt und beim Einwechseln ab und an ein Ass im Ärmel hat. Fatal wäre, er liesse sich fürs Zusammenstellen der Startelf von Tarotkarten beeinflussen. (dwi)

Die Stadtpolizei kann auch mal über sich selbst lachen – oder zumindest über ihre Vorgänger. So hat die Medienstelle gestern auf Facebook Meldungen aus dem «Blick» gepostet, Erscheinungsdatum 10. November 1974. Damals trieben üble «Rocker» ihr Unwesen in der Goliath- und der Katharinengasse. Sie schlugen Schaufenster ein, brachen in Geschäfte ein, sogar eine Schiesserei soll stattgefunden haben.

Die Anrufe an die Stadtpolizei blieben unbeantwortet, die Anwohner sich selbst überlassen. Die Polizei hat Angst vor den Rockern, waren sich die verängstigten Anwohner einig. Eine Nachfrage des «Blicks» beim damaligen Polizeichef (so etwas wie eine Medienstelle gab es noch nicht) wurde trocken abgewürgt. So soll der Polizeichef dem Journalisten geantwortet haben: «Ich habe heute frei. Ich gebe keine Auskunft.» Nun, das Wochenende galt dazumal als heilig. Aber dass die Polizei erst eine geschlagenen Stunde nach Eingang des Notrufs ausrückte, war auch zur damaligen Zeit etwas befremdlich. Die Polizei räumte gegenüber den Medien denn auch kleinlaut ein: «Wir haben den Anruf vergessen.» Die heutigen Verantwortlichen der Stadtpolizei sind pflichtbewusster – und humorvoller: «Passiert 2017 nicht mehr, versprochen», kommentiert Mediensprecher Roman Kohler den Post augenzwinkernd. (rsp)