Zivilschutzverbände See und Alter Rhein planen Fusion

REGION RORSCHACH. Die neu in die Regionale Zivilschutzorganisation (RZSO) Bodensee aufgenommenen Leute bereiten sich auch auf die Betreuung von Flüchtlingen vor und werden wohl in einen grösseren Verband wechseln: Die Zivilschützer der Seeregion wollen mit Horn und Gemeinden am Alten Rhein zusammengehen.

Fritz Bichsel
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Kommandant Peter Monn befördert Ivo Seifert und Thomas Schoch (beim Treffen verhindert) zu Offizieren. (Bild: Fritz Bichsel)

Kommandant Peter Monn befördert Ivo Seifert und Thomas Schoch (beim Treffen verhindert) zu Offizieren. (Bild: Fritz Bichsel)

REGION RORSCHACH. Die neu in die Regionale Zivilschutzorganisation (RZSO) Bodensee aufgenommenen Leute bereiten sich auch auf die Betreuung von Flüchtlingen vor und werden wohl in einen grösseren Verband wechseln: Die Zivilschützer der Seeregion wollen mit Horn und Gemeinden am Alten Rhein zusammengehen.

Aus den Gemeinden Rorschach, Rorschacherberg, Goldach, Tübach und Steinach als Träger der RZSO Bodensee haben dieses Jahr 20 junge Männer die Grundausbildung absolviert. Kommandant Peter Monn und weitere Kaderleute empfangen sie nun zur offiziellen Aufnahme. Sie treffen sich bei einem Essen im Goldacher Seniorenzentrum La Vita. Dort wendeten Zivilschützer in einem Kurs Kenntnisse für Betreuung praktisch an beim Bezug des ausgebauten Altersheims. Weitere Ausbildungskurse mit praktischen Einsätzen führten 2015 bis ins Wallis und zu Zusammenarbeit mit der Organisation Zürich-Flughafen.

Flüchtlinge betreuen

Der Kommandant berichtet dieses Jahr aber auch von Ernsteinsätzen: Angehörige der Organisation Bodensee sind beteiligt an der Betreuung von Asylbewerbern in der neuen Unterkunft Riethüsli in St. Gallen. Dieser Einsatz dauert noch bis Weihnachten, und bald kann Zivilschützern die Aufgabe zukommen, in der Seeregion selber Flüchtlinge zu betreuen. Behörden planen das ab März 2016. Diese Einsätze sind der Hauptgrund für gegen tausend Diensttage in der RZSO Bodensee dieses Jahr, fast doppelt so viele wie üblich. Nach Auskunft von Ruedi Tobler, der die Administration führt, leistete ein Angehöriger durchschnittlich drei Tage. Die Kosten für die Gemeinden bleiben trotzdem stabil bei knapp vier Franken je Einwohner.

Grösseren Verband bilden

Die RZSO war dieses Jahr zudem stark beschäftigt mit der vom Kanton geplanten Reform. Der Kantonsrat legt diese zwar auf Eis, bis Klarheit herrscht über Vorgaben des Bundes, aber das Ziel dürfte bleiben: Reduktion des Bestandes und der Organisationen – auf acht regionale für Gemeinden und neu eine kantonale. Ins Gespräch kam ein Zusammengehen von St. Gallen und Bodensee. Nach der Prüfung riet die Organisation Bodensee davon ab, auch wegen der Kosten. Diese würden stark steigen auf neun Franken je Einwohner, berichtet der Kommandant. Nun beantragen die Zivilschützer den Gemeinden, mit Horn und der Organisation Am Alten Rhein (Thal-Rheineck-St. Margrethen) zusammenzugehen und diesen grösseren Verband See jetzt zu bilden. Er könnte den Sollbestand von 337 Personen erreichen und die Leistungen gut erbringen, sagt Peter Monn.

Neue Leute im Kader

Zu diesem Bestand fehlen der Organisation Bodensee derzeit hundert Leute – weil seit Jahren grössere Jahrgänge austreten (im Alter von 40 Jahren) als eintreten. Theoretisch ist das auch 2015 so mit 20 Ein- und 23 Austritten. Tatsächlich einsetzbar und aktiv waren von diesen 23 aber nur noch fünf. Peter Monn verabschiedet mit besonderer Auszeichnung für die hohe Zahl von 142 Diensttagen Andi Würth sowie mit Dank Mischa Berthoud, Alexander Dvorak, Markus Schoch und Hakan Toptas. Befördern kann er sechs Zivilschutzangehörige: zu Offizieren Ivo Seifert und Thomas Schoch, zu Unteroffizieren Thom Bischof, Diego Egli, Remo Götti und Thomas Waldburger.

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