Zivilschutz übt, Kinder profitieren

RORSCHACHERBERG/STEINACH. Zivilschützer üben in praktischen Projekten ihre Zusammenarbeit. Als weiteres Resultat ist das Hafengebiet in Steinach von Schwemmholz befreit und hat das Pfadiheim in Rorschacherberg einen Weg abseits der gefährlichen Strasse.

Fritz Bichsel
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Zivilschützer bauen beim Heim der Pfadi Rorschach-Rorschacherberg am Sulzberg einen Weg abseits des gefährlichen Strassenstücks mit Kurve bis zum Trottoir ab der Autobahnunterführung. (Bild: Fritz Bichsel)

Zivilschützer bauen beim Heim der Pfadi Rorschach-Rorschacherberg am Sulzberg einen Weg abseits des gefährlichen Strassenstücks mit Kurve bis zum Trottoir ab der Autobahnunterführung. (Bild: Fritz Bichsel)

Der Bau eines Weges, eines Veloabstellplatzes und eines Vorplatzes an der Feuerstelle beim Heim Sulzberg der Pfadi Rorschach-Rorschacherberg erfordert auch schweres Gerät. Entsprechend ausgebildete Zivilschützer können selber Lastwagen und Bagger einsetzen. Auch Handarbeit ist gefragt, bis zum Verlegen von Platten. Das leisten Handwerker. Das Fachwissen für Gartengestaltung bringt ein beigezogener, privater Gartenbauer ein.

Ein eingespieltes Team werden

«Im Zivilschutz wechseln die Leute rasch», erklärt Daniel Bachmann, der beim Pfadiheim die Übung und den Einsatz leitet. «Deshalb ist es wichtig, dass wir ständig die Zusammenarbeit von neuen Leuten und mit Partnern üben. Nur so können wir im Ernstfall als Team mit klarer Aufgabenteilung wirken.» Praktische Projekte seien da hilfreich. «Zudem motiviert solche Arbeit mit sichtbarem Resultat und Freude der Bevölkerung daran die Leute.» Mit ihrer Arbeit ist er sehr zufrieden – ebenso mit dem Resultat, obwohl wegen Regen mehrmals anders vorgegangen werden musste als geplant.

Schweres Gerät und Handarbeit

Auch in Steinach geht es um Arbeit mit schwerem Gerät und von Hand. Zivilschützer entfernen Schwemmholz beim Hafen und aus dem angrenzenden Naturgebiet. Dort ist behutsames Vorgehen gefragt, damit das Schilf nicht beschädigt wird. Gegen 70 Zivilschützer von der regionalen Bevölkerungsschutz-Organisation Bodensee (Goldach, Rorschach, Rorschacherberg, Steinach und Tübach) absolvierten von Mittwoch bis gestern Freitag den diesjährigen Wiederholungskurs. Die grösste Gruppe stand zum Beseitigen von Schwemmholz im Einsatz. Eine weitere Gruppe bildete sich in Maschinen- und Materialkunde weiter. Beim Pfadiheim arbeiteten zwölf Männer. Solche Einsätze müssen Übungen in den Aufgabenbereichen des Zivilschutzes ermöglichen – wie hier Zusammenarbeit und Umgang mit schwerem Gerät – und öffentlichen Interessen dienen – wie hier Kindern und Natur.

Einsatz im öffentlichen Interesse

Der Zivilschutz übernimmt die Arbeit. Material, zusätzliche Maschinen oder Fahrzeuge und Verpflegung müssen die Auftraggeber finanzieren. Für neue Anlagen beim Pfadiheim fand der Heimverein Betriebe, die Steine, Kies, Transporte und fachliche Beratung zu stark reduzierten Preisen oder gar gratis beisteuerten. Erst solche Sponsoren und der Zivilschutz ermöglichten, dass die Pfadfinder für das Ausschwärmen in den Wald nicht mehr auf dem gefährlichen Strassenstück mit Kurve gehen müssen bis zum Trottoir ab der Autobahnunterführung.

Das ist jetzt noch wichtiger, weil die Pfadi neu eine Biber-Gruppe für die Jüngsten (fünf- bis sechsjährig) hat. Sie kann bereits heute bei ihrer Übung von 14 bis 16 Uhr den neuen, sicheren Weg benützen.