Zimmer hat die EM im Visier

Der St. Galler Luftpistolenschütze Nick Zimmer kämpft auf der Olympiaanlage in München um die EM-Qualifikation. Obwohl ihm im ersten Einsatz vor allem die Konstanz fehlt, hofft der 18-Jährige weiterhin auf eine Teilnahme.

Urs Huwyler
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Nick Zimmer (Bild: Urs Huwyler)

Nick Zimmer (Bild: Urs Huwyler)

Schiessen. Richtig zufrieden sein durfte der St. Galler Nick Zimmer nach dem ersten Einsatz am hochkarätig besetzten Grossanlass nahe des Fussballstadions von Bayern München nicht. 568 Punkte mit 60 Schüssen aus der Luftpistole hätten es werden sollen, doch der 18-Jährige erreichte bei einer persönlichen Bestleistung von 573 lediglich 561 Punkte. «Die Muskelspannung hat etwas gefehlt. Aber Nick hat technisch sauber und konzentriert geschossen. Das spricht für ihn. Bezüglich einer EM-Teilnahme werden wir uns mit dem Chef Leistungssport absprechen», sagte Nationaltrainer Beat Brüngger. Brügger hatte zuletzt den sechsfachen Europameister Lukas Grunder an die Weltspitze und zum «Schweizer Nachwuchssportler des Jahres 2009» geführt.

«Nicht speziell nervös»

Für Zimmer spricht zudem, dass er die interne Nummer eins hinter sich liess. «Was mir heute fehlte, war die Leistungskonstanz», musste er sich eingestehen. Der schlechtesten Zehnerpasse mit 91 Punkten folgte die beste mit 96 Punkten. «Wegen der EM-Qualifikation war ich nicht speziell nervös. Aber irgendwie stimmte nicht alles zusammen. Vor allem drei Achter in der zweiten Passe irritierten mich.» Sollte es nicht für die 10-m-Indoor-EM reichen, wäre dies zwar für das Talent der Sportschützen St. Fiden enttäuschend, aber Zimmer gehört erst das zweite Jahr dem C-Kader an. Und im Sommer findet in Belgrad die Outdoor-EM (25 m/50 m) statt. An Zielen fehlt es ihm damit nicht.

Ursprünglich versuchte sich der nationale Pistolen-Hoffnungsträger mit dem Sturmgewehr. «Ein Freund und ich gingen an einem schulfreien Mittwoch zweieinhalb Stunden in einen Schiessstand. So kam ich mit dem Schiesssport in Kontakt. Wir besuchten dann wie viele Jugendliche den Jungschützenkurs und ich war recht erfolgreich über 300 Meter», so Zimmer. Ein Schnuppertraining mit der Luftpistole liess ihn aber die Disziplin wechseln, weil er sich auch als Pistolen-Talent erwies.

Sport und Beruf vereinen

Bisher musste der schnell an die Spitze vorgestossene Ostschweizer mehrheitlich nach Zürich ins Stützpunkt-Training reisen. Doch nun entwickelt sich Teufen immer mehr zu einem Schiesssport-Zentrum. «Dies wäre für mich ein Idealfall. Dort könnte ich mit Paddy Gloor trainieren. Er wird auch von Beat Brüngger betreut. Und in der Ostschweiz gibt es weitere Nachwuchsschützen, die bereits einzelnen Kadern angehören», sieht Zimmer durchaus Perspektiven für seine sportliche Entwicklung. Sport und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist für den angehenden Schreiner allerdings nicht immer leicht. «Wettkämpfe wie hier in München sind der Idealfall. Ich kann mich dann einige Tage ganz auf den Sport konzentrieren», sagt Zimmer. Am Dienstagabend reiste er per Zug in die bayrische Hauptstadt, gestern und heute finden die Wettkämpfe statt, wobei der zweite nicht mehr für die EM-Qualifikation zählt. «Ich kann nur hoffen, dass es trotz nicht optimalem Ergebnis für die Qualifikation reicht. Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig.»

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