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ZERFALL: Schutz tut not

Behörden wollen die Ruine Ramschwag in Häggenschwil sanieren. Das Vorhaben erntet in der Bevölkerung aber Kritik. Am Samstag hat die CVP zu einem Rundgang durch die Burg eingeladen.
Nina Rudnicki
Gefahrenstelle: Wird die Mauer nicht befestigt, drohen Steinbrocken auf die Feuerstelle und die Benutzer herunterzufallen. (Bild: Urs Bucher)

Gefahrenstelle: Wird die Mauer nicht befestigt, drohen Steinbrocken auf die Feuerstelle und die Benutzer herunterzufallen. (Bild: Urs Bucher)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

Auf der mehreren Meter hohen Mauerkrone der Burgruine Ramschwag in Häggenschwil wachsen Sträucher und Gestrüpp. An einigen Stellen ist zudem der Mauermantel aufgebrochen, sodass die Feuchtigkeit in das Innere der Mauer dringen kann. «Das ist eine unserer grössten Sorgen in der Ramschwag. Durch das Wurzelwerk und die Feuchtigkeit können vor allem bei niedrigen Temperaturen ganze Steinbrocken aus der Mauer gesprengt werden», sagt der für die geplante Sanierung zuständige Ingenieur Andreas Heller.

Am Samstag hat er auf Einladung der CVP gemeinsam mit Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring Interessierte durch die Ruine geführt. Für Judith Hardegger von der CVP geht es dabei nicht um eine Parolenfassung, sondern vielmehr um eine Bestandesaufnahme. Gekommen sind ein halbes Dutzend Per- sonen.

«Investieren für die nächsten 50 Jahre»

Die Gemeinde Häggenschwil hatte die Ruine 2013 für 35000 Franken von den Thaler-Erben erworben. Die Burg wurde im 10. oder 11. Jahrhundert erstellt und ist laut Eisenring die bedeutendste Burganlage im Raum Fürstenland und Bodensee. In den kommenden Jahren stehen nun Sanierungsarbeiten in der Höhe von rund 700000 Franken an. Da die Ramschwag unter Bundesschutz steht, würden sich Bund und Kanton bei einer Sanierung mit Beiträgen von 60 Prozent an den Kosten beteiligen.

Als der Gemeinderat im vergangenen November über das Sanierungskonzept informierte, gab es allerdings zahlreiche negative Reaktionen aus der Bevölkerung. Die Skeptiker befürchteten, dass die Burg ein Fass ohne Boden sei und die Gemeinde auf lange Zeit zu viel kostet. Wie es mit der Sanierung weiter geht, ist daher offen. Während des Rundgangs sagte Eisenring: «Die Ramschwag ist das Wahrzeichen unserer Gemeinde. Wir investieren jetzt für die nächsten 50 Jahre. So gerechnet kostet uns die Ramschwag pro Jahr umgerechnet gerade einmal 5000 bis 6000 Franken. Das ist für uns sicher verkraftbar.»

Stahlstifte und neue Verankerungen

Im Fokus der geplanten Sanierung steht nebst der Konservierung der Ramschwag die Sicherheit der Bevölkerung und Ruinenbesucher. Gleich unterhalb der Mauer mit dem aufgebrochenen Mauermantel befindet sich beispielsweise eine Feuerstelle mit Sitzgelegenheit. «Die grösste Gefahr sind in diesem Bereich sich durch die Feuchtigkeit lösende Steinblöcke», sagt Andreas Heller.

Als nächstes führt er zum Turm. Überall im Mauerwerk sind Hohlräume zu erkennen: Unter den grossen Nagelfluh blöcken hat das Wasser dort die kleineren Steine herausgeschwemmt. Im Inneren des Turmes ist noch immer der originale Verputz zu erkennen. Allerdings gibt es ganze Stellen, an denen der Mörtel bröckelt. Andernorts sind in der Wand meterlange Risse sichtbar. Die Wände sollen an den baufälligen Stellen mit Stahlstiften gestärkt werden. Der in Richtung Sitter gelegene Teil der Ruine braucht zudem eine neue Verankerung. Dort geht es mehrere Meter senkrecht ins Tobel hinunter.

«Viele Personen denken, wenn wir die Ruine nicht gekauft hätten, müssen wir auch keine Kosten übernehmen», sagt Hans-Peter Eisenring. «Das stimmt allerdings nicht. Wir müssten als Gemeinde auch Denkmalpflegebeiträge leisten, wenn wir nicht Besitzer wären. Jetzt haben wir zumindest selber in der Hand, zu entscheiden, was gemacht wird», argumentiert er.

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