Zeitgemässe Strategie nötig

«Allein gegen die Olma», 25.6.2011, und «Lauwarmes Ja zum Olma-Turm», 6.7.2011

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«Allein gegen die Olma»,

25.6.2011, und

«Lauwarmes Ja zum Olma-Turm»,

6.7.2011

Nicht nur das Neubauprojekt der Olma ist grundfalsch aufgegleist. Nach Ansicht von Herrn Max Kriemler zeugt die gesamte Messestrategie von Hoffnungs- und Ratlosigkeit. Das ist eine Tatsache. Herr Kriemler hat als einziger den Mut, die Ansicht vieler St. Gallerinnen und St. Galler kundzutun.

Wo Grund und Boden knapp und teuer sind, wird in Schweizer Metropolen heute schon zeitgemäss investiert und für Generationen vorausgedacht. In den Boden, in die Höhe! Nicht mit veralteten Bauvorschriften weiter verplanen, sondern Grundfläche zukunftsorientiert erhalten.

Es tut weh, den Niedergang der einst über die Grenzen hinaus bekannten und berühmten Mode- und Messestadt St. Gallen mitzuerleben. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind unzählige ungeschliffene Edelsteine in der heute besucherfeindlichen, stagnierenden Stadt verloren gegangen. Alle Ostschweizer kennen die Messe- und Wirtschaftsangebote im süddeutschen Raum: Stuttgart, Ulm, Konstanz, Friedrichshafen, Ravensburg oder das österreichische Dornbirn. Besucher der Olma und der Offa aus diesem Wirtschaftsraum vermisst man. Die Aufgabe der Behörden und Olma-Verwaltung bestünde darin, mit unseren Messen grenzüberschreitend unsere Region zu propagieren und zu profilieren. Würden sie das tun, gäbe es neue Aussteller und Arbeitsplätze. Die Olma kann wirklich nicht behaupten, als Hotelbetreiberin ihre Aufgabe wahrzunehmen. Die heutige Infrastruktur wie öffentliche Verkehrsmittel für eine überregionale, internationale Ausstellung sind bis auf Weniges bereits vorhanden. Heute wird vom süddeutschen Raum aus jeder Ostschweizer Aussteller das ganze Jahr mit Angeboten und Einladungen bearbeitet. Stellt man in Ulm die Frage nach St. Gallen, dann kennen alle die Mumie und die Stiftsbibliothek. Manchmal redet einer noch von der Textilindustrie. Aber Olma? Nie gehört!

Es ist nie zu spät, falsch verplante Millionen richtig, zukunftsorientiert und für die Allgemeinheit nutzbringend einzusetzen. Herr Kriemler verdient für seinen Einsatz nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern grosses Lob. Seine Weitsichtigkeit über Generationen hinaus ist das einzig Notwendige und Richtige. Die Verantwortlichen von Stadt und Region und die Olma-Verwaltung sind fähig und haben Erfahrung. Es braucht aber auch Einsicht und den guten Willen, um Ideen auf lange Sicht zum Erfolg zu bringen.

Peter August Spirig St. Galler Strasse 48, 9200 Gossau