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Zeigen, wer der Chef ist

«Ich verspürte eine gewisse Anspannung vor dem Auftritt», sagt Muni-Flüsterer Andrea Accola. Der 58jährige Meisterlandwirt ist in diesem Jahr zum ersten Mal in die Olma-Arena gestiegen, um dort ein Jungrind zu zähmen. Das Rind, das ihm dabei gegenüberstand, hat er zuvor noch nie gesehen.
Muni-Flüsterer Andrea Accola an der Olma. (Bild: Sheila Eggmann)

Muni-Flüsterer Andrea Accola an der Olma. (Bild: Sheila Eggmann)

«Ich verspürte eine gewisse Anspannung vor dem Auftritt», sagt Muni-Flüsterer Andrea Accola. Der 58jährige Meisterlandwirt ist in diesem Jahr zum ersten Mal in die Olma-Arena gestiegen, um dort ein Jungrind zu zähmen. Das Rind, das ihm dabei gegenüberstand, hat er zuvor noch nie gesehen. «Das wäre sonst unfair gegenüber den Zuschauern.»

Die Aufgabe des Muni-Flüsterers besteht darin, einer Kuh, einem Kalb oder einem Muni ein Halfter überzuziehen und dem Tier anschliessend beizubringen, sich führen zu lassen. «Wie ein Hund lernen muss, an der Leine zu gehen, muss auch ein Muni lernen, sich am Halfter herumführen zu lassen», erklärt Accola. Um dies zu erreichen, arbeitet er mit der Methode, die auch beim Pferdeflüstern angewendet wird. Diese besteht aus drei Phasen. Nachdem das Tier aus der Herde herausgenommen worden ist und vor Accola steht, beginnt die erste Phase. «Hier geht es darum, den Chef zu bestimmen», sagt Accola. Das Tier wird dabei getrieben, um in ihm den Fluchtreflex auszulösen. In der zweiten Phase nimmt der Muni-Flüsterer den aufgebauten Druck wieder weg. «Ich biete dem Tier dann eine Zusammenarbeit an.» Er zeigt ihm dabei das Halfter, versucht, die Distanz zum Tier zu verkleinern und es mit einem Gegenstand zu berühren. In der dritten Phase fasst Accola das Tier an und versucht schliesslich, es am Halfter zu führen. Dieser Prozess fordert enorme Konzentration des Muni-Flüsterers und dauert ungefähr einen Arbeitstag: «Ich bin anschliessend jeweils nudelfertig.» Nicht bei allen Tieren klappt das Überziehen des Halfters, etwa fünf Prozent lassen sich nicht unterordnen. «Es kommt auf den Charakter des Tieres an. Man kann ein Tier nicht dazu zwingen», sagt der Bündner.

Seit zwölf Jahren arbeitet Accola als Muni-Flüsterer. «Die nonverbale Kommunikation zwischen Tier und Mensch fasziniert mich.» Die Arbeit eigne sich nicht für jeden, denn «entweder kann man ein Tier lesen oder nicht». Dass er es kann, zeigte er gestern in der Olma-Arena. (she)

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