Wurde Unfall einkalkuliert?

«Passagierjet landet im Maisfeld» 7.8.2012

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«Passagierjet landet im Maisfeld»

7.8.2012

Und wieder einmal mehr gerät das Flugfeld, genannt Airport St. Gallen-Altenrhein, in die Negativschlagzeilen. Es wundert mich nicht. Es ist in diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal geschehen, dass ein Privatflugzeug einen Crash verursacht: Das erste Mal im Frühjahr auf dem See und nun ausgangs Piste Richtung Osten, im Maisfeld eines Landwirtschaftsbetriebs. Und das in unmittelbarer Nähe zum Dorf Altenrhein und zum Naturschutzgebiet.

Wie lange müssen wir uns das noch bieten lassen, dass sich da gewisse Privatjet-Piloten beim Start so daneben benehmen, als ob sie irgendwo in der Pampa abheben würden und dabei auf das unter ihnen liegende Dorf in keiner Weise Rücksicht nehmen? Ganz abgesehen vom Lärm, Dreck und Gestank, die sie dabei verursachen. So geschehen am Sonntag, 5. August, als um 13.40 Uhr ein Privatjet – zum wiederholten Mal notabene – wohl gegen Westen, also Richtung See, gestartet ist. Vor dem See ist er aber, einem Kampfjet gleich, so scharf rechts abgedreht, dass er noch über bewohntem Gebiet Richtung Nordosten weitergeflogen ist.

Das ist eine Frechheit. So liegt es doch auf der Hand, dass das Risiko, einen Unfall zu provozieren, voll einkalkuliert wird. Dabei drängt sich zwangsläufig die Frage auf: Wann findet der nächste Crash statt? Vielleicht über bewohntem Gebiet, wie etwa unlängst in Basel? Man wird sehen.

Jürg Camenisch

Dammweg 3, 9423 Altenrhein

Hinterfragen und Alternativen suchen

Die Steinacher Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheiden, wie es in Zukunft weitergeht. Zum Ende einer Legislaturperiode ist eine kritische Begutachtung angebracht und gehört zur Aufgabe einer Ortspartei. Dies hat nichts mit der Person an sich zu tun, sondern einzig mit dem Leistungsausweis.

CVP und SVP haben ihre Aufgabe als Ortsparteien wahrgenommen und sprechen Roland Brändli, dem jetzigen Gemeindepräsidenten, die Kompetenz ab, die Umstrukturierung zur Einheitsgemeinde erfolgreich zu bewältigen. Zu gross seien seine Mängel im Bereich Geschäfts- und Betriebsführung.

Von Seiten der FDP wird nun mit allen Mitteln versucht, die freie Meinungsäusserung zu untersagen. Unsere offene Demokratie lässt glücklicherweise zu, dass jeder seine freie Meinung kundtun kann. Wikipedia umschreibt das Wort Meinungsfreiheit wie folgt: «Die Meinungsfreiheit (…) ist das gewährleistete subjektive Recht auf freie Rede sowie freie Äusserung und öffentliche Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild sowie allen weiteren verfügbaren Übertragungsmitteln.»

Wenn ein Gemeindepräsident wiederholt seine Eigeninteressen in den Vordergrund stellt, so muss sich die Bevölkerung schon komisch vorkommen. Eigentlich sollte der Gemeindevorsteher für die Gemeinde das Bestmögliche erreichen und nicht seine persönlichen Interessen in den Vordergrund stellen. Dies und weitere Beispiele zeigen, dass Roland Brändli auch nach fünf Jahren nicht wirklich die Aufgaben eines Gemeindevorstehers erkannt hat. Wir brauchen einen Gemeindepräsidenten, der vermittelt, nicht polarisiert. Einen, der Verständnis aufbringt für die Sorgen aller Bürger. Aber auch einen, der gradlinig und vorausschauend die Interessen der Gemeinde über die Grenzen hinaus vertritt.

So ist es das Recht, ja gar die Pflicht der Ortsparteien, zu hinterfragen und falls nötig eine Alternative zu suchen. Dieser Pflicht wurden die beiden Parteien gerecht und präsentierten Christian Ledergerber als Kandidaten. Mit ihm bekommen wir die Möglichkeit, eine Person zu wählen, die mit Empathie eine Zusammenführung meistern kann. Zudem verfügt er über das für einen Gemeindepräsidenten notwendige Netzwerk in Wirtschaft und Politik. Der Bürger hat jetzt eine Wahl und kann an der Urne den Weg bestimmen, den Steinach in den kommenden Jahren gehen soll.

Monika Ruf,

Hafenstrasse 8, 9323 Steinach