Würziges und Deftiges

BERNHARDZELL. Der Kirchenchor Bernhardzell bittet zu Tisch und deckt reichlich auf. Ältere Schweizer Volkslieder, deftiges Theater und würzige Speisen werden im Pfarreiheim serviert.

Rudolf Käser
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Dirigentin Dorien Wijn erhält von den Mitgliedern des Kirchenchors Bernhardzell eine Laterne als Dankeschön für ihren Einsatz. (Bild: Urs Jaudas)

Dirigentin Dorien Wijn erhält von den Mitgliedern des Kirchenchors Bernhardzell eine Laterne als Dankeschön für ihren Einsatz. (Bild: Urs Jaudas)

Wenn der Kirchenchor zu seinen Unterhaltungsanlässen bittet, erscheinen die Besucher in Scharen. Auch dieses Jahr konnte das Pfarreiheim die vielen Besucher kaum fassen. «Unsere Dirigentin hat sich bestens integriert», urteilt Kirchenchor-Präsident Linus Rusch. Dorien Wijn, gebürtige Holländerin, die den Chor seit zwei Jahren leitet, empfindet es ebenso. «Ich fühle mich mit dem Chor wohl», sagt sie.

Altes neu arrangiert

Den Spagat zwischen Proben mit kirchlichen Liedern und weltlichen für die Unterhaltungsabende findet die Dirigentin gut. «Die Zeit vor der Unterhaltung ist zwar intensiv. Aber das Proben von Volksliedern bildet eine schöne Abwechslung.» Dorien Wijn hat in den Archiven gestöbert und ist auf eine Reihe fröhlicher Volkslieder gestossen, die sie teilweise moderner arrangiert hat. Der Chor, welcher alle Lieder vierstimmig sang, hat die Aufgaben mit Bravour bestanden.

Das Rauschen der Sitter

Der Chor trug Volkslieder wie «Meiteli, wenn du witt go tanze» oder «Chumm mir wei go Chrieseli gwinne» in verschiedenen Variationen und mit Tempowechseln vor. Begab sich der Kirchenchor gesanglich auch schon in umliegende Länder, etwa nach Holland, so kam dieses Mal Dorien Wijn als Holländerin in den schweizerischen Sprachbereich. «Es war für mich die umgekehrte Seite. Als Holländerin ist Schweizerdeutsch für mich nicht einfach zu verstehen», sagte die stets fröhliche Dirigentin lachend.

Unter den 28 Sängerinnen und Sängern seien alle Stimmen gut verteilt. «Dennoch freuen wir uns über Neumitglieder», so die Dirigentin. Begleitet wurden die Liedervorträge durch Elias Menzi auf dem Hackbrett. Mit einer feinen Ballade unter dem Titel «Das Rauschen der Sitter» entführte er musikalisch an das nahe Gewässer. Dorien Wijn zeigte sich zufrieden. Das Hackbrett sei sicher eine gelungene Abwechslung gewesen und sie habe für die Zukunft auch noch andere Ideen.

Nach dem musikalischen Teil wurde im Pfarreiheim auch noch Theater gespielt. Mit dem Schwank «E Horror-Story» liess die Theatergruppe keine Wünsche offen. Die Verwirrungen auf alle Seiten wurden zum Ende des Einakters zur Zufriedenheit aller gelöst.

Regisseurin fällt aus

Die Darbietung von Linus Rusch, Ruth Koller, Marchet Strimer, Susanne Baumann, Gian Paolo Di Sarli, Claudia Keller und Felicitas Zimmermann verdient grosse Anerkennung. Dabei mussten sie ohne Regisseurin Yvonne Aggeler auskommen, die erkrankt war. Obwohl drei neue Akteure auf der Bühne standen, verlief auch ohne Regisseurin alles planmässig. Yvonne Aggeler habe bereits zu Beginn der Proben den Grundstein für eine erfolgreiche Theateraufführung gelegt, sagte Linus Rusch.