Wünsche für das Jahr 2016

Mehr Dolcefarniente ohne Motorenlärm, mehr Umweltbewusstsein und echtes Leservergnügen; mit diesen Wünschen rutschen die Mitglieder der Tagblatt-Redaktion Rorschach ins neue Jahr.

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Rudolf Hirtl Redaktionsleiter (Bild: Ralph Ribi)

Rudolf Hirtl Redaktionsleiter (Bild: Ralph Ribi)

Jedes Jahr, wenn die Temperaturen steigen und die Strassen wieder trocken sind, zieht es eine besondere Sorte Autofahrer in die Hafenstadt. Mit den ersten Sonnenstrahlen werden die polierten Schlitten wieder ausgefahren. Alleine die Autokennzeichen zeigen: Sie kommen von weit her, um ihre Gefährte in Rorschach zu präsentieren. Die BMW, Audis und Maseratis drehen zahlreiche Runden durch das Rorschacher Stadtzentrum. Die Motoren werden von den Rennfahrern dabei so laut als möglich zum Heulen gebracht. Und sei es nur für eine Strecke von 50 Metern: Der Motor muss sofort auf Höchstleistung gejagt werden, um das Auto dann auch gleich wieder vor dem Fussgängerstreifen abzubremsen.

Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass die ersten Sonnenstrahlen auf den Strassen Rorschachs – sei es vor dem «La Vela» oder «Treppenhaus», ohne Motorenlärm à la Formel 1 genossen werden können. Statt Luxusautos, die mit Lärm und Gestank die Rorschacher Strassen verstopfen, wünsche ich mir für die kommenden Sommermonate mehr Langsamverkehr in der Innenstadt. Und wenn Lärm, dann lieber von lachenden Kindern oder der «Musig uf de Gass».

Holzbretter, Metallfässer, Abfallsäcke, sogar eine WC-Schüssel: Im Frühling glich das Areal zwischen Strandbad und Fischzuchtanlage Rorschach einer Abfallhalde. Unbekannte hatten dort illegal Abfall entsorgt. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Sommer an der Seepromenade. Pet-Flaschen, Zigarettenschachteln oder Aludosen werden liegengelassen. Auch auf dem Areal der Unteregger Primarschule ist Littering ein Problem. Und sogar bei Entsorgungsstellen wie den Altglascontainern auf dem Curtiplatz lassen Leute ihren Abfall liegen.

Ich wünsche mir, dass die Leute ihr Bewusstsein für die Natur schärfen und ihr Sorge tragen. Dazu gehört nicht nur das – eigentlich selbstverständliche – Entsorgen des eigenen Abfalls. Mit kleinen Schritten im Alltag kann jeder dazu beitragen. Nur so viele Lebensmittel kaufen, wie man tatsächlich verbraucht, Reste verwerten, Recyclingpapier verwenden, die Wäsche an der Leine statt im Tumbler trocknen – die Liste ist noch viel länger. Und nicht zuletzt: Das Auto öfter stehen lassen und stattdessen das Velo oder den Zug nutzen. Damit tut man nicht nur der Umwelt, sondern auch sich selber etwas Gutes. Denn das Warten im Stau vor der Barriere entfällt – wenigstens einmal.

Laptop, iPad, Handy und Co. eröffnen uns eine neue Welt. Eine Welt, in der Informationen in Echtzeit über den Globus strömen. Eine Welt, in der die Bevölkerung so stark wie nie zuvor vernetzt ist. Langeweile gibt es auch keine mehr, gibt es doch für jeden Geschmack das richtige Spiel, um Wartezeiten totzuschlagen. Doch bergen die neuen technologischen Entwicklungen bekanntlich auch Gefahren für die Benutzer. «Entschleunigung» hört man immer wieder als Gegenpol zur digitalen Welt der Zahlen. Und wo lässt es sich in der Region besser und schöner entschleunigen als bei Sonnenschein in der wunderschönen altehrwürdigen Badhütte in Rorschach.

Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass die Welt ein wenig entschleunigt wird, dass Reales mehr zählt. Ich wünsche, dass Handys beim Essen unter dem Tisch bleiben, dass sie aus Badeanstalten verbannt werden und dass Gespräche von Aug zu Aug statt von Bildschirm zu Bildschirm stattfinden. Ich wünsche allen Schwimmerinnen und Schwimmern Entspannung, Entschleunigung und erholsame Stunden im Bodensee. Und Beatrice Trachsel, der neuen Leiterin der Badhütte, einen guten Start in die Badesaison.

Liebe Tagblatt-Leserinnen und -Leser. Sie halten diese gedruckte Ausgabe des St. Galler Tagblatts in ihren Händen. Dafür, dass wir Sie nach wie vor zu unseren treuen Abonnentinnen und Abonnenten zählen dürfen, möchte ich Ihnen einen grossen und herzlichen Dank des gesamten Teams der Tagblatt-Redaktion aussprechen. John Lloyd, Herausgeber der «Financial Times» und Direktor des Reuters Institute for the Study of Journalism an der Oxford University, glaubt an die Zukunft der Zeitung; dies in Symbiose mit dem Medium Internet. Oder anders gesagt, viele Menschen nutzen zwar die digitalen Kanäle, schätzen es aber gleichzeitig, eine druckfrische Zeitung in Papierform in den Händen zu halten und durchzublättern.

In Zukunft wird es noch einfacher und bequemer werden, einen Zugang zu Informationen über einen Bildschirm oder ein Mobiltelefon zu erhalten. Unsere Kommunikation wird flüchtiger und zugleich intensiver. Um so motivierter sind wir als Redaktion, Sie liebe Leserinnen und Leser, mit News und Hintergründen aus der weiteren Region Rorschach zu versorgen. Ich wünsche mir, dass uns dies in einer Qualität und in Formaten gelingt, die Ihnen ein echtes Lesevergnügen garantieren.

Christoph Renn Redaktor (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn Redaktor (Bild: Urs Bucher)

Linda Müntener Redaktorin (Bild: Urs Jaudas)

Linda Müntener Redaktorin (Bild: Urs Jaudas)

Jolanda Riedener Volontärin (Bild: Peter Käser)

Jolanda Riedener Volontärin (Bild: Peter Käser)

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