WORTKUNST: Eine literarische Entdeckungsreise

Heute Abend beginnt in St. Gallen das Wortlaut-Festival. Dabei wird nicht nur gelesen und zugehört. Mit Poetry Slam, Kabarett und Gehämmer auf alten Schreibmaschinen dürfte es mitunter auch laut werden.

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Der Abschied fällt ihm schwer: Nach 30 Jahren verkauft Marcel Egger sein Restaurant Feldli. Die Suche nach einem Nachfolger blieb ohne Erfolg. (Bild: Christoph Renn)

Der Abschied fällt ihm schwer: Nach 30 Jahren verkauft Marcel Egger sein Restaurant Feldli. Die Suche nach einem Nachfolger blieb ohne Erfolg. (Bild: Christoph Renn)

Eröffnet werden die diesjährigen St. Galler Literaturtage heute Abend, 19.30, im Raum für Literatur in der Hauptpost, mit der Lesung von Max Küng: «Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück», heisst der zweite Roman des «Magazin»-Kolumnisten. Am Samstag lesen unter anderem Jonas Lüscher aus seinem Roman «Kraft» oder Jaroslav Rudiš aus «Nationalstrasse».

Doch die klassische Lesung ist nur ein Teil des Festivals. Daneben gibt es Musik- und Sprechkabarett. Auch werden Comics präsentiert und Poetry Slam aufgeführt. Die St. Galler Wortkünstler Manuel Stahlberger und Renato Kaiser gehören ebenso zum Programm wie die Zeichner Kati Rickenbach und Daniel Bosshart. Die beiden werden sich am Samstag im Palace auf Papier mit Bleistiften duellieren. «Diese Unterteilung in verschiedene Sparten macht das Wortlaut-Festival speziell», sagt Richi Küttel, Spoken Word-Poet und Leiter des Organisationskomitees. Literatur seien erzählte Geschichten. Es gebe aber unterschiedliche Wege, Geschichten zu transportieren.

Wortlaut findet an verschiedenen Orten statt: im Palace, der Grabenhalle, im Raum für Literatur in der Hauptpost, im Festsaal des Stadthauses, im «Splügeneck» und in der «Focacceria». Weil nach jedem Auftritt eine stündige Pause ansteht, ist der Zuschauer aufgefordert, die Orte zu wechseln. «Man wird auf Entdeckungsreise geschickt», sagt Küttel. In der «Focacceria» können sich die Gäste auch literarisch porträtieren lassen: Auf alten Schreibmaschinen tippen Autoren nieder, was den Besuchern ins Gesicht geschrieben steht. Tickets können online oder an den Abendkassen erworben werden. (al)

www.wortlaut.ch