Wonnemonat mit nassem Ende

Der April brachte sehr untypisches Wetter. Statt wechselhafter Witterung dominierten sonnige Frühlingstage. Trotz 240 Sonnenstunden fiel am Bodensee aber überdurchschnittlich viel Regen. Ursache war das Unwetter vom 27./28. April.

Andreas Walker
Drucken
Teilen
Der April brachte warmes, sonniges Wetter, so dass schöne Morgenstimmungen zu beobachten waren – hier am 27. April von Rorschacherberg aus. (Bild: Andreas Walker)

Der April brachte warmes, sonniges Wetter, so dass schöne Morgenstimmungen zu beobachten waren – hier am 27. April von Rorschacherberg aus. (Bild: Andreas Walker)

REGION. Der April begann kalt mit Tagesmitteltemperaturen, die in den ersten vier Tagen verbreitet zwei bis drei Grad, in Gipfellagen sogar bis zu fünf Grad unter der Norm der Jahre 1981 bis 2010 lagen. Feuchtkalte Luft aus Nordwesten brachte gerade über die Ostertage vor allem auf der Alpennordseite und in den Alpen etwas Niederschlag, wobei die Schneefallgrenze zwischen 600 und 1500 Metern schwankte.

Bodenfrost und Bise

Ab dem 5. April führte eine kräftige Bisenströmung trockene und kalte Luft in den Alpenraum. Dies führte in den zunehmend klaren Nächten auch in den Niederungen zu tiefen Temperaturen direkt über dem Boden von –5 bis –10 Grad und damit zu starkem Frost. In diesem Zusammenhang wird folgende Bauernregel verständlich: «Heller Mondschein im April schadet den Blüten viel.» Der Bodenfrost in klaren Aprilnächten kann den Kulturpflanzen grossen Schaden zufügen. In der Bisenlage sanken trotz viel Sonne die Tagesmitteltemperaturen im Flachland drei bis fünf, in Berglagen bis sieben Grad unter das Mittel.

Sonnige Monatsmitte

Vom 9. bis 15. April dominierte in Mitteleuropa ein kräftiges Hochdruckgebiet. Die Tagesmitteltemperaturen bewegten sich verbreitet vier bis sechs Grad, in Berglagen fünf bis neun Grad über dem langjährigen Mittel. Die Temperaturhöchstwerte stiegen auf 20 bis 23 Grad, und die Sonnenscheindauer erreichte verbreitet 90 bis 100 Prozent der möglichen Werte. Nachdem eine schwache Kaltfront am 16. und 17. April geringe Niederschläge verursacht hatte, brachte ein kräftiges Hoch von England bis Mittel- und Südeuropa vom 18. bis 24. April das anhaltende Schönwetter zurück. Allerdings lagen bei Bise die Tagesmitteltemperaturen zunächst noch unter der Norm. Ab dem 20. April kletterten sie verbreitet wieder drei bis vier Grad, regional bis sieben Grad darüber. Die Tageshöchstwerte stiegen im Norden auf 21 bis 24 Grad.

Am 25. und 26. April waren leichte Niederschläge zu verzeichnen. Diese waren gerade der Landwirtschaft sehr willkommen, da der Monat trocken verlaufen war. Im Norden und in den Alpen verharrten die Temperaturen bis am 27. April über den durchschnittlichen Werten. Eine Kaltfront löste am 27. April auf der Alpennordseite am Nachmittag und Abend zum Teil heftige Gewitter aus. In der Region Basel fiel dabei Hagel in Golfballgrösse, die Seeregion kam glimpflich davon. Der anschliessende Zufluss von Kaltluft aus Norden verursachte auf der Alpennordseite in der Nacht auf den 28. April kräftige Niederschläge. Danach kehrte das schöne Wetter zurück.

240 Sonnenstunden am See

Nach Angaben von MeteoSchweiz lag die Apriltemperatur über die ganze Schweiz gemittelt 1,4 Grad über der Norm 1981 bis 2010. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Monatstemperatur 9,5 Grad und war damit 0,7 Grad zu warm.

In vielen Gebieten war der Monat zu trocken. Auf der Alpensüdseite führte der Regenmangel vorübergehend sogar zu Waldbrandgefahr. Im Bodenseegebiet kamen vor allem durch gewittrige Regengüsse am Ende des Monats überdurchschnittliche Niederschlagsmengen zusammen. Mit 89 Litern pro Quadratmeter wurden 127 Prozent des langjährigen Mittels erreicht.

In der ganzen Schweiz schien die Sonne überdurchschnittlich lang. In der Zentral- und Ostschweiz wurden verbreitet 50 bis 70 Prozent mehr Sonnenschein als normal registriert. Am Bodensee schien die Sonne 240 Stunden, was 131 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Aktuelle Nachrichten