Wollimex vor ungewisser Zukunft

Das Herzstück des Belagherstellers Wollimex in Sevelen ist abgebrannt. Verwaltungsratspräsident Peter Schrackmann will den Betrieb wieder aufbauen. Prognosen stellen kann er aber nicht. Noch ist zu viel unklar.

Kaspar Enz
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«Wie nach dem Krieg»: So sah es am Morgen nach dem Brand im Innern des Wollimex-Werks aus. (Bild: W&O)

«Wie nach dem Krieg»: So sah es am Morgen nach dem Brand im Innern des Wollimex-Werks aus. (Bild: W&O)

Sevelen. Sicher ist für Peter Schrackmann, Verwaltungsratspräsident der Wollimex AG in Sevelen, nur eins: Das Werk zwei, das 25 Jahre alte Herzstück des Produzenten von Teppichen und Bodenbelägen, ist in der Nacht auf Montag abgebrannt. Bald kann auch im verbleibenden Werk nicht mehr gearbeitet werden. Es ist auf die Vorarbeiten aus der zerstörten Fabrik angewiesen.

«Dort sieht es aus wie nach dem Krieg», sagt Peter Schrackmann. Betreten darf den Brandort aber auch er nicht. Der Schaden sei noch nicht abzuschätzen, doch es bleibe wohl nur ein Vollabbruch übrig. Die Decke ist eingestürzt, genauso wie die Pfeiler. Zwar seien nicht alle Maschinen verbrannt. Doch ob diese wenigen noch funktionsfähig seien, könne man nicht sagen, sagt Schrackmann.

Was deckt die Versicherung?

Untätig ist er trotzdem nicht. Schrackmann rennt von Krisensitzung zu Krisensitzung. «Noch sind alles nur Szenarien», sagt er. Solange das Ausmass des Schadens nicht bekannt ist, bleibt ungewiss, was die Versicherung deckt und was nicht. Ebenso unklar bleibt, wie lange der Wiederaufbau dauern wird. «Das kann ich erst sagen, wenn der Baumeister auf dem Platz steht», sagt Schrackmann. Einige Vorkehrungen wurden trotzdem getroffen. Ein Baugesuch sei bereits eingereicht, auch suche man schon nach neuen Maschinen.

30 Mitarbeiter hat die Firma. Arbeiten können sie nun nicht mehr, ihr Lohn wird aber bis auf weiteres ausbezahlt. «Wir wollen die Leute behalten», sagt Peter Schrackmann. Würde man sie freistellen, wären sie weg, wenn der Betrieb wieder aufgenommen wird. Das könne man sich nicht leisten, das Geld hingegen sei vorhanden. «Der Faktor Mensch ist wichtig», sagt Schrackmann.

Hilfe ist nicht in Sicht

Die Wollimex ist in einer Nische tätig. 60 Prozent ihrer Teppiche, Matten und Beläge gehen an die Autoindustrie. «Wir machen etwas, was andere nicht können», sagt Peter Schrackmann. «Ein zweischneidiges Schwert. So ist auch keine Hilfe von Dritten zu erwarten.» Die Konkurrenz ist klein – zwei, drei Firmen in Europa. Doch sie schläft nicht. «Wir leben in einer freien Marktwirtschaft. Beileidsschreiben haben wir von der Konkurrenz noch nicht bekommen.»

Auf dem Brandplatz werden die Trümmer beseitigt. (Bild: Heini Schwendener)

Auf dem Brandplatz werden die Trümmer beseitigt. (Bild: Heini Schwendener)