«Wollen Anlass jedes Jahr durchführen»

Übermorgen Mittwoch findet der zweite Demenz-Kongress statt. Am Dienstag finden bereits öffentliche Anlässe über Demenz statt. Der Kongress ist ausgebucht. Martina Merz-Staerkle von der Fachhochschule erklärt, warum so grosses Interesse daran besteht.

Michel Burtscher
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Martina Merz-Staerkle Fachbereichsleiterin Gesundheit an der Fachhochschule St. Gallen (Bild: pd)

Martina Merz-Staerkle Fachbereichsleiterin Gesundheit an der Fachhochschule St. Gallen (Bild: pd)

Wie schon der erste Demenz-Kongress vor einem Jahr ist auch der diesjährige wieder ausgebucht. 1000 Teilnehmer haben sich angemeldet und werden ins Olma-Areal kommen. Haben Sie mit einem so grossen Interesse gerechnet?

Martina Merz-Staerkle: Nein, wir waren trotz des Erfolgs im vergangenen Jahr sehr überrascht. Vor allem, weil gleichzeitig in Biel noch ein Kongress zur Palliativpflege stattfindet. Daher hatten wir mit 700 Teilnehmern gerechnet. Dass es jetzt mehr sind, freut uns aber natürlich sehr.

Woher kommt das grosse Interesse?

Merz: Viele Menschen beschäftigen sich mit Demenz. Sie wollen die betroffenen Menschen verstehen und ihre Lebensqualität und die ihrer Angehörigen möglichst positiv beeinflussen.

Wen wollen Sie mit dem Kongress ansprechen?

Merz: Unsere Zielgruppe sind Pflegefachleute, die mit Demenzkranken oder Angehörigen zu tun haben. Sie können in einer Klinik, einem Heim, bei der Spitex oder auch in einem Akutspital arbeiten. Demenzkranken begegnet man in allen Organisationen des Gesundheitswesens.

Unter welchem Thema steht der diesjährige Demenz-Kongress?

Merz: Wir haben jedes Jahr einen anderen Fokus. Diesmal geht es um Lebens- und Betreuungskonzepte. Es ist leider oft unumgänglich, dass Menschen mit Demenz ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen. So stellt sich in unterschiedlichen Situationen die Frage nach den besten Lebens- und Betreuungskonzepten – heute und in Zukunft. Der Kongress soll Einblick geben in verschiedene, innovative Betreuungsformen.

2014 gibt es am Tag vor dem Kongress ein Programm für die Öffentlichkeit. Was wird genau geboten?

Merz: Wir informieren die Bevölkerung darüber, welche Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene es in der Stadt St. Gallen gibt. Es werden verschiedene Organisationen präsentiert, die in diesem Bereich arbeiten. Zudem wird ein Pilotprojekt vorgestellt, bei dem Demenzkranke mit einem GPS-Gerät ausgerüstet werden. Damit können sie in einem Notfall schnell gefunden werden. Doch diese Möglichkeit hat auch ihre Grenzen und wirft ethische Fragen auf.

Gibt es noch mehr?

Merz: Ja, es wird ein Theaterstück aufgeführt. Darin geht es um einen Sohn, dessen Mutter demenzkrank ist. Es heisst «Du bist meine Mutter» und wurde vom Holländer Joop Admiraal geschrieben.

Planen Sie, den Kongress zu vergrössern? Das Interesse daran ist ja offensichtlich sehr gross.

Merz: Wir haben mit den Olma Messen, welche die Veranstaltung mit uns organisiert, intensiv darüber gesprochen. Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass wir den Anlass in dieser Grösse weiterführen wollen. 1000 Teilnehmer sind gerade richtig. Wir wollen nicht, dass der Demenz-Kongress zu einem riesigen Massen-Anlass wird.

Also weiterhin nur an einem Tag?

Merz: Genau. Vor allem auch aus Rücksicht auf die Pflegefachleute und ihre Arbeitgeber. So müssen diese nur einen Tag auf ihre Angestellten verzichten. Und die Pflegefachleute bleiben auch zukünftig unser Fachpublikum.

Wird es auch nächstes Jahr wieder einen Demenz-Kongress geben?

Merz: Ja. Wir planen, den Anlass in naher Zukunft jedes Jahr durchzuführen. 2015 findet der Demenz-Kongress am 25. November statt.

www.demenzkongress.ch