WOLFHALDEN: Insekten auf der Karte

Gastro Appenzellerland AR schloss das Jahr 2016 mit einem Gewinn ab. An der General­versammlung wurden vor allem zukünftige Herausforderungen angesprochen.

Jonas Manser
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Jonas Manser

jonas.manser@appenzellerzeitung.ch

An der 108. Generalversammlung des Verbandes Gastro Appenzellerland AR im Gasthof Krone in Wolfhalden ging es am vergangenen Montag um den Blick in die Zukunft. Die be­vorstehende Fair-Preis-Initiative oder das neue Lebensmittelgesetz würden auch neue Chancen für die Wirtinnen und Wirte aus Appenzell Ausserrhoden dar­stellen, so Markus Strässle, Verbandspräsident. Ziel sei es, sich gemeinsam den neuen Anfor­derungen zu stellen.

Nach der Eintrittsrede begrüsste Markus Strässle anwesende Personen aus der Politik, aus dem Gastronomiegewerbe anderer Kantone sowie Ehrenmitglieder. Gezählt wurden 66 Anwesende, davon waren 23 stimm­berechtigt. Ergänzungen oder Änderungen zu Protokoll und Jahresbericht gab es keine. Das Jahr 2016 konnte mit einem Gewinn von 823 Franken abgeschlossen werden. Die grösste Veränderung konnte bei den Gönnerbeiträgen verzeichnet werden, welche rund 200 Franken über dem Vorjahr lagen. Beim Vorstand gab es seit vergangenem Jahr keine Rücktritte, somit bleibt dieser in gleicher Besetzung bestehen.

«Wird etwas gegen die Knappheit an neuen Lehrlingen unternommen?», gab es eine Frage aus den Reihen der Anwesenden. Sie finde keine jungen Leute mehr, die eine Lehre in ihrem Betrieb absolvieren möchten. Das Problem sei ihnen bekannt, antwortete Strässle darauf. Die Gelder würden so gut wie möglich für die Förderung des Nachwuchses eingesetzt.

Neu mit Insekten, aber nur mit Latein

Angesicht des neuen Lebensmittelgesetzes, welches seit dem 1. Mai in Kraft ist, präsentierte Christian Wagner, Leiter des Lebensmittelinspektorats Appenzell, die wichtigsten Änderungen für die Wirtinnen und Wirte. Er beruhigte die anwesenden Gas­tronomen jedoch: In der Praxis ändere sich nichts für die Gastronomiebranche. Das Hauptziel des neuen Lebensmittelgesetzes sei der Schutz der Gesundheit und vor Täuschung, so Wagner. Wichtig sei, dass Produkte stets mit Hinweisen zu möglichen Allergenen schriftlich gekennzeichnet seien. «Novel Foods», das heisst neuartige Lebensmittel wie zum Beispiel Insekten, wurden ins Gesetz aufgenommen. Fortan können Insekten wie Wanderheuschrecken, Mehlwürmer oder Hausgrillen angeboten werden, sofern sie gesetzmässig mit ihrer deutschen sowie lateinischen Bezeichnung gekennzeichnet sind und aus einer Züchtung stammen.

Das «Facebook» für Wirtinnen und Wirte

Die Digitalisierung macht auch nicht vor der Gastronomiebranche halt. Damian Del Fabbro, Kommunikationsverantwortlicher der neuen E-Commerce-Dienstleistungsfirma Gastro Deal, stellte an der Generalversammlung das neue Start-up-Geschäft vor. Ziel der Internetplattform für Gastronomen sei es, Warenkosten zu senken und bessere Vernetzungen zu schaffen für die Branche. Wirtinnen und Wirte können auf dem «Facebook der Gastronomen» von günstigen Angeboten von Lieferanten profitieren. Diesen bietet die Plattform wiederum die Möglichkeit, neue Produkte vorzustellen. Dadurch soll auch dem Problem von sogenanntem Food-Wasting, also der Verschwendung, gemeinsam entgegengewirkt werden, sagte Del Fabbro.