WOHNUNGSBAU IN LÖMMENSCHWIL: Lömmenschwil holt auf

In Lömmenschwil werden derzeit neue Eigentumswohnungen errichtet. Für das Dorf könnte dies eine massive Bevölkerungszunahme bedeuten. Der Gemeindepräsident relativiert.

Adrian Lemmenmeier
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An der Strasse Hinterdorf entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser. (Bild: Adrian Lemmenmeier)

An der Strasse Hinterdorf entstehen drei neue Mehrfamilienhäuser. (Bild: Adrian Lemmenmeier)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Eine riesige Bohrmaschine gräbt Löcher in die Erde, Bagger schaufeln den Aushub auf die Lastwagen. Auf dem Lemmenmeier-Areal in Lömmenschwil wird eine Baugrube ausgehoben. «Urban 23» heisst das Projekt, das die Immobilienfirma Wim AG aus Wittenbach, durchführt. «Wir wollen modernes, stadtähnliches Wohnen in einer ländlichen Umgebung ermöglichen», sagt Marc Spitz, Geschäftsführer der Wim AG. Dafür hat die Firma rund 13 Millionen investiert. Geplant sind drei quadratische Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 23 Eigentumswohnungen. Dazwischen eine Begegnungszone mit Parkbänken, Bepflanzung und Spielbereich für Kinder. Darunter eine Tiefgarage.

«Die Lage zwischen Bodensee und Stadt ist ideal für Leute, die Ruhe suchen und doch nicht zu weit von St. Gallen entfernt leben möchten», sagt Spitz auf die Frage, weshalb die Wim AG gerade in Lömmenschwil baut. Und natürlich werde das Bauland generell knapper. Die Nachfrage nach den Eigentumswohnungen ist gross. «Einen Drittel konnten wir bereits verkaufen», sagt Spitz. Auch hinsichtlich der übrigen Wohnungen ist er zuversichtlich. «Normalerweise häufen sich die Anfragen nach Wohnungen, wenn der Rohbau steht. Dann haben die Leute eine Vorstellung, wie die Häuser aussehen.»

Bevölkerung wächst um zehn Prozent

Werden alle 23 Eigentumswohnungen des Projekts «Urban 23» verkauft, so dürfte Lömmenschwil bald mit 40 bis 50 Neuzuzügern rechnen. Bei den gut 400 Einwohnern, die das Dorf zählt, wäre das ein Wachstum von über zehn Prozent. Dazu kommt, dass auch der Bau zweier weiterer Liegenschaften geplant ist: Auf der anderen Seite der Alten Konstanzer Strasse stehen die Visiere für zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 16 Wohnungen (siehe Karte). Im Zusammenhang mit diesem Bauvorhaben sind allerdings noch Einsprachen hängig, wie dem Gemeindeblatt zu entnehmen ist. Werden auch diese Häuser errichtet, so entsteht in Lömmenschwil neuer Wohnraum für insgesamt gut 80 Leute. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 und 2016 ist die gesamte Gemeinde Häggenschwil jeweils um 39 Personen gewachsen. Damit war sie in der Region die Gemeinde mit der stärksten Bevölkerungszunahme (Ausgabe vom 16. Januar).

Langfristig betrachtet wächst die Gemeinde stabil

Gebaut wurde in den vergangenen Jahren vor allem in Häggenschwil. Nun holt Lömmenschwil gegenüber seinem Nachbardorf auf. «In Lömmenschwil wurden in den vergangenen Jahren nur wenige neue Liegenschaften errichtet», sagt Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring. «Die beiden Bauprojekte tragen dazu bei, dass die Gemeinde in den nächsten zwei, drei Jahren weiterwachsen wird.» Danach werde das Wachstum wieder abnehmen, sagt Eisenring. Zwar verfüge die Gemeinde noch über einige Bauparzellen, werde mit der Vergabe aber in Zukunft zurückhaltender umgehen. Das starke Wachstum sei ausserdem zu relativieren: «Betrachten wir die Bevölkerungszunahme über die vergangenen dreissig Jahre, so ist Häggenschwil im Durchschnitt jährlich um gut ein Prozent gewachsen.»

Derzeit laufen auf dem Lemmenmeier-Areal noch die Aushubarbeiten. Läuft alles nach Plan, steht im März 2018 der Rohbau. Ab Herbst sollen dann die ersten Wohnungen von «Urban 23» bezugsbereit sein.

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