Wohnungen im Möbelhaus

Das Möbelhaus Gschwend ist seit 75 Jahren fest im «Dorf Brogge» verankert. Nun kündigt ein Liquidationsverkauf die Aufgabe des Geschäftes an. Am Standort entstehen Mietwohnungen.

Claudia Schmid
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Möbelhaus-Inhaber Ehepaar Gschwend: «Wir freuen uns, dass wir eine so gute Lösung für die Liegenschaft gefunden haben.» (Bild: Hanspeter Schiess)

Möbelhaus-Inhaber Ehepaar Gschwend: «Wir freuen uns, dass wir eine so gute Lösung für die Liegenschaft gefunden haben.» (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Inhaber des Möbelhauses an der Straubenzellstrasse 20 in Bruggen sind Robert und Rosmarie Gschwend. Das Ehepaar hat zwar das Pensionsalter noch nicht ganz erreicht, sich aber dennoch zur Aufgabe des traditionsreichen Familienunternehmens entschlossen. «Wir haben ein interessantes Angebot für die Liegenschaft erhalten und eine gute Lösung für die Nachfolge des Möbelgeschäftes gefunden», begründet Robert Gschwend die vorzeitige Auflösung der Verkaufsräumlichkeiten. Diese Chance habe man nutzen wollen.

Sortiment deckungsgleich

Für die Weiterbetreuung der Kundschaft hat das Ehepaar eine Vereinbarung mit dem Möbelhaus Gamma in Wil getroffen. «Das Sortiment des bewährten Familienunternehmens ist mit dem unsrigen fast deckungsgleich», betont Robert Gschwend. Die Kundinnen und Kunden könnten zudem weiterhin auf eine kompetente Beratung zählen. Ab September wird ihnen auch Robert Gschwend im Wiler Möbelhaus Gamma zur Verfügung stehen. Er wird in den nächsten zwei bis drei Jahren an zwei Tagen in der Woche als Berater und Planer tätig sein.

Der Liquidationsverkauf an der Straubenzellstrasse 20 dauert noch bis Ende Juni. Dann ist das Schicksal des Gebäudes besiegelt: Zusammen mit einem benachbarten Einfamilienhaus wird es einem Neubau weichen. Der Immofonds mit Sitz in Zug plant einen Wohnblock mit Mietwohnungen.

75 Jahre alte Tradition

Aufgebaut hat das traditionsreiche Möbelhaus der Vater von Robert Gschwend, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Julia. Als gelernter Sattler und Tapezierer legte er den Grundstein zum Familienunternehmen, das er 1936 ins Handelsregister eintragen liess. Im Haus Bär an der Lehnstrasse wurden Matratzen und Polstermöbel produziert. Ein Schauraum im ehemaligen Restaurant Säntisblick am Lerchenfeldweg diente der Präsentation von Wohnmöbeln. Abends wurden die Möbel per Handwagen ausgeliefert.

Seit 60 Jahren am heutigen Ort

«Die Möbelbranche boomte und die Nachfrage übertraf die Kapazitäten der Räumlichkeiten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Vision eines eigenen Hauses aufkam», erzählt Robert Gschwend aus der Geschichte des Unternehmens. 1951 konnte schliesslich an der Straubenzellstrasse der Neubau bezogen werden.

Fünf Polsterer, ein Vorhangspezialist und eine Näherin gehörten zum Team der Mitarbeitenden. Bereits nach sechs Jahren wurde ein Anbau nötig, der die Ausstellungsfläche von 800 auf 1000 Quadratmeter erhöhte.

Auf Planung spezialisiert

Im Jahre 1982 übernahmen Robert und Rosmarie Gschwend das Möbelhaus. «Bereits damals kamen die ersten Möbelabholmärkte auf. Wir wussten, dass wir uns den Zeichen der Zeit anpassen müssen», erklärt Robert Gschwend. Das Ehepaar entschloss sich, ein Sortiment mit klassisch-modernen Möbeln bekannter Labels zu führen und sich auf die Planung von Möbeleinrichtungen zu spezialisieren. Wie die Erfahrung zeigte, bewährte sich das Konzept.

Tut ein Abschied nach Jahrzehnten nicht weh? Robert und Rosmarie Gschwend verneinen. «Wir freuen uns, dass wir eine so gute Lösung für die Liegenschaft und unsere Kundenstamm gefunden haben», betont das Ehepaar mit Überzeugung.