WOHNUNGEN: Gemeinde Waldkirch will vorwärtsschauen

In der Gemeinde Waldkirch entstehen zurzeit einige Mehrfamilienhäuser und Überbauungen. Obwohl es keine Projekte der Gemeinde sind, sind sie für die Zukunft der Gemeinde von Bedeutung.

Manuela Bruhin
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Die Visiere sind aufgestellt: An der Hauptwilerstrasse, hinter dem Tower-Hotel, sollen Überbauungen mit Wohnungen entstehen. (Bild: Michel Canonica)

Die Visiere sind aufgestellt: An der Hauptwilerstrasse, hinter dem Tower-Hotel, sollen Überbauungen mit Wohnungen entstehen. (Bild: Michel Canonica)

Manuela Bruhin

redaktiongo

@tagblatt.ch

In den vergangenen Jahren ist die Gemeinde Waldkirch um viele neue Einwohner reicher geworden. Verschiedene Neubauprojekte in den Gebieten Büntwiesen, Leimat und auch an der Büchelwis in Bernhardzell sind entstanden, um nur einige zu nennen. Rund 3500 Einwohner verzeichnet die Gemeinde, bis in zehn Jahren sollen es 3800 sein. Um dieses Ziel zu erreichen, will der Gemeinderat an der verdichteten Bauweise festhalten. Konkret sind derzeit aus privater Hand im Bereich der Dorfstrasse die Überbauung Pöstli im Bau, an der Hauptwilerstrasse zwei neue Mehrfamilienhäuser geplant, und an der Arneggerstrasse sind Visiere für den Schulhausneubau gestellt. Die Gemeinde selber hat zwar aktuell keine eigenen Projekte, wie Gemeindepräsident Aurelio Zaccari erklärt. «Wir unterstützen aber Gesuche, die bei uns eingehen.» Werde das Gebiet Dorfegg künftig wieder aktuell, seien auch dort Mehrfamilienhäuser angedacht und in seinen Augen sinnvoll.

Momentan sei aber generell Abwarten angesagt. Denn: Das neue Planungs- und Baugesetz tritt im Kanton am 1. Oktober in Kraft. Gerade bezüglich der viel diskutierten Ausnützungsziffer erhoffen sich viele Gesuchsteller neue Möglichkeiten. «Die Zurückhaltung ist für uns eher ungünstig», so Zaccari. Die Nachfrage im Bereich der Einfamilienhäuser sei in Waldkirch nach wie vor da, und grundsätzlich sind entsprechende Flächen auch eingezont. Nur: Die Grundeigentümer würden sich aus verschiedenen Gründen momentan nicht zu einem Verkauf entschliessen. «Manche wollen die Flächen für Angehörige aufsparen, andere spekulieren auf einen höheren Verkaufswert oder warten einfach ab», sagt Zaccari. Solange die Gemeinde jedoch über solche eingezonten Flächen verfüge, werde der Kanton keine weiteren Einzonungen bewilligen. Aus diesem Grund wird die Gemeinde künftig verstärkt den Kontakt mit den Grundeigentümern suchen. «Wir wollen und müssen uns weiterentwickeln», hält Aurelio Zaccari fest.

Standortprojekte sind ebenfalls wichtig

Neue Einfamilienhausquartiere werde es jedoch auch in Waldkirch künftig wohl keine mehr geben. Die innere Verdichtung bringe in der Gemeinde positive Beispiele hervor, lobt Zaccari. So werden unter anderem grössere Flächen aufgeteilt oder beste­hende Bauten aufgestockt. Für den Richtplan der Gemeinde, welcher im Herbst der Öffentlichkeit präsentiert wird, sollen die Bürger verstärkt mit einbezogen werden. «Der Einbezug und die Zusammenarbeit sind uns sehr wichtig», sagt der Gemeindepräsident. Viele Familien wollen aufs Land ziehen, und genau deshalb wolle man mit dem Richtplan vorwärtshalten. Grundsätzlich sei die Gemeinde auf einem guten Weg. Waldkirch habe Potenzial – dazu sind aber einige wichtige Standortprojekte notwendig, zum Beispiel die Weiterführung der Kindertagesstätte. Um die Zukunft der Einrichtung zu klären, ist diesen Herbst eine ausserordentliche Bürgerversammlung geplant.