Wohnraum für Senioren schaffen

Verläuft alles planmässig, beginnt die Gemeinde Gaiserwald Mitte 2015 mit dem Bau des Pflegezentrums. Zusätzlich dazu plant Pio Krapf Alterswohnungen auf privater Basis. Nach jahrelanger Verzögerung geht's nun zügig vorwärts.

Corinne Allenspach
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Auf der sogenannten Pfarrwiese in Engelburg plant die Oberhalden Park AG rund 15 altersgerechte Wohnungen. (Bild: David Suter)

Auf der sogenannten Pfarrwiese in Engelburg plant die Oberhalden Park AG rund 15 altersgerechte Wohnungen. (Bild: David Suter)

ENGELBURG. Er hat im Dorf ein Netzwerk wie kaum ein anderer. Pio Krapf, ehemaliger Schulratspräsident, erster Stiftungsratspräsident Alte Turnhalle, Mitbegründer von Kultur in Engelburg, seit 50 Jahren im Dorf daheim und seit Jahren Kämpfer fürs Alterswohnen. «Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen in Engelburg ist sehr hoch», sagt er. So hoch, dass das geplante Angebot nicht reichen werde, wie Krapf überzeugt ist. Die Stiftung Alter und Gesundheit wird im Auftrag der Gemeinde im Gebiet Oberhalden ein Zentrum mit 36 Pflegeplätzen und 7 betreuten Wohnungen bauen. Baubeginn ist im Optimalfall Mitte 2015.

Aus IG wird AG

Pio Krapf weiss aber von mindestens zehn Einfamilienhausbesitzern, die aus Altersgründen möglichst bald in eine Wohnung umziehen möchten, ohne Engelburg verlassen zu müssen. Ergänzend zum Angebot der Gemeinde sind deshalb private altersgerechte Wohnungen geplant. Vor rund vier Jahren hat Krapf zu diesem Zweck die IG Oberhalden gegründet. Anfang 2014 wurde daraus die Oberhalden Park AG, die er präsidiert.

Der Pensionär steckt viel Herzblut in dieses Projekt. Was ihn aber belastet: Jahrelang ging es nur harzig vorwärts. «Ich spüre den Druck der Engelburger», sagt er. «Sie wollen, dass endlich etwas geht.» Ein Grund für die Verzögerungen sei, dass Investoren abgesprungen seien. Zudem können die privaten Wohnungen doch nicht, wie ursprünglich von der Gemeinde zugesichert, im Gebiet Oberhalden erstellt werden. «Gemeinde und Stiftungsrat haben entschieden, jenes Bauland, das sie nicht selber benötigen, als Reserve zu behalten», sagt Pio Krapf. Um später bei Bedarf ausbauen zu können.

15 bedarfsgerechte Wohnungen

Als Ersatz habe die Gemeinde der Oberhalden Park AG stattdessen die Pfarrwiese unterhalb der Kirche angeboten – zum Verkauf im Baurecht. «Das ist für uns ein optimaler Standort in unmittelbarer Nähe zum Projekt der Gemeinde», sagt Krapf. Für das Projekt verlange die Gemeinde einen Sondernutzungsplan. Mit der Absicht, dass möglichst alle angrenzenden Liegenschaften einbezogen werden.

Dies ist mittlerweile geschehen. Um alle relevanten Fragen rund ums Bauvorhaben zu klären, finden mehrere Workshops unter der Leitung eines Raumplaners statt. Mit dabei sind 15 Personen, darunter Fachexperten, ein Landschaftsarchitekt, Vertreter der Gemeinde Gaiserwald und des Kantons. Pio Krapf ist begeistert: «Die Workshops sind professionell organisiert, und endlich geht es zügig vorwärts.» So zügig, dass das Bauvorhaben inzwischen konkrete Formen hat. Erstellt vom Architekturbüro Klaiber, sind auf der Pfarrwiese zwei Blöcke mit rund 15 altersgerechten Wohnungen geplant. Entstehen soll ein Angebot, «das den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht und gleichzeitig einen positiven Beitrag an die Gestaltung des Dorfkerns leistet». Wie sieht es zeitlich aus? «Wenn alles planmässig verläuft, rechnen wir damit, dass wir in der zweiten Hälfte 2015 die Baubewilligung erhalten.»

Pio Krapf Präsident Oberhalden Park AG (Bild: pd)

Pio Krapf Präsident Oberhalden Park AG (Bild: pd)

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