Wohnheim für zehn Millionen

Die Hochschule für Technik Rapperswil platzt aus allen Nähten. Wohnungen für Studenten in der Stadt sind rar. Das soll sich ändern. Die Vorbereitungen für das Studentenwohnheim laufen auf Hochtouren.

Willi Meissner
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Arbeiter sondieren den Boden – auf dem Gelände soll das Studentenwohnheim gebaut werden. (Bild: Willi Meissner)

Arbeiter sondieren den Boden – auf dem Gelände soll das Studentenwohnheim gebaut werden. (Bild: Willi Meissner)

RAPPERSWIL-JONA. Südlich des Schulhauses Weiden in Rapperswil-Jona bohren Arbeiter Löcher in den Boden. Sie bearbeiten das ganze Areal mit ihren Maschinen – sie untersuchen den Boden. Hinter den Arbeiten steckt die Stiftung zur Förderung der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Und diese hat einen ehrgeizigen Plan: Wo heute noch grüne Wiese ist, soll im Herbst 2012 ein Wohnheim für hundert HSR-Studierende stehen.

Steigende Studentenzahlen

Der Zeitpunkt für die Fertigstellung des Wohnheims ist nicht zufällig gewählt. Der 2010 lancierte Studiengang «Erneuerbare Energien und Umwelttechnik» zieht immer mehr Studenten nach Rapperswil. Im Herbst 2012 wird der dritte Jahrgang das dreijährige Bachelor-Studium beginnen. Das bedeute noch einmal rund hundert Studierende mehr, so die Hochschule.

Wohnungsnot entschärfen

«Wenn wir den Zeitplan einhalten können, würde das die angespannte Wohnsituation für die Studenten entschärfen», sagt Stiftungsratspräsident Otto Hofstetter. Grund für die Wohnungsnot ist die stark steigende Nachfrage nach Studienplätzen an der Rapperswiler Hochschule. Waren es 2009 noch tausend Studenten, so sind es heute 1500 – und die Tendenz ist weiter steigend.

Ein Drittel der Studierenden stammt laut HSR-Sprecherin Eva Tschudi nicht aus St. Gallen oder den umliegenden Kantonen und ist deshalb auf eine Wohnung oder ein Zimmer in Schulnähe angewiesen.

Finanzierung auf gutem Weg

Der Zeitplan überrascht trotzdem. Noch im Sommer hatte die Stiftung gemeldet, dass die Suche nach Geldgebern für das zehn Millionen Franken teure Wohnheim harze. «Die Industrie hat ein Interesse an den HSR-Studenten. Über persönliche Kontakte der Stiftung konnte die Finanzierung durch Geldgeber angestossen werden», sagt Stiftungsratspräsident Hofstetter. Er ist selber Geschäftsführer des weltweit tätigen Werkzeugherstellers Otto Hofstetter AG in Uznach. Um das Projekt stemmen zu können, brauche es jedoch noch weitere Sponsoren, sagt Hofstetter.

Für Wohngemeinschaften

Soll der Zeitplan eingehalten werden können, müssen im kommenden Frühjahr die Bauarbeiten beginnen. Bis dahin müsse noch ein bewilligungsfähiges Projekt eingereicht werden, so Hofstetter. Wie das Studentenwohnheim genau aussehen wird, steht noch nicht fest. Einige Details verrät Hofstetter dennoch.

Jeder Student hat ein persönliches Zimmer. Je zwei Studenten teilen sich ein Bad. Pro Wohngemeinschaft – ihr gehören vier Studenten an – gibt es eine Küche. Das Projekt sieht 25 solche Wohngemeinschaften vor. Die Ausstattung werde modernen Standards entsprechen – und auch den Anforderungen von Studenten, sagt Hofstetter. Als Beispiel nennt er etwa eine schnelle Internetanbindung.