Wohnen anstelle der «Krone»

MÖRSCHWIL. Das Restaurant Krone im Mörschwiler Weiler Riederen schliesst Ende Woche. Im Juli folgt der Abriss des Gebäudes. An seiner Stelle baut die Rorschacherberger CN Immobilien AG ein Mehrfamilienhaus mit neun Eigentumswohnungen.

Corina Tobler
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Das Gasthaus Krone, aus derselben Perspektive fotografiert, schliesst übermorgen seine Türen. (Bild: Corina Tobler)

Das Gasthaus Krone, aus derselben Perspektive fotografiert, schliesst übermorgen seine Türen. (Bild: Corina Tobler)

MÖRSCHWIL. Die Visiere kündeten die Veränderung vor Monaten an, nun steht sie unmittelbar bevor. «Krone»-Wirtin Agi Nagel hat das Restaurant verkauft. Nach 28 Jahren lädt sie heute und morgen noch zur «Ustrinkete», am 7. Mai ist Schluss. Weshalb sie verkauft hat und wie es für sie beruflich weitergeht, möchte sie nicht kommentieren.

Attikawohnung mit Seesicht

Neue Eigentümerin des Grundstücks ist die CN Immobilien AG des Rorschacherbergers Marcel Niederer, der unter anderem als Sponsor des Tennistalents Belinda Bencic bekannt ist. Auf dem «Krone»-Grundstück entstehen in einem Mehrfamilienhaus neun 4,5-Zimmer-Eigentumswohnungen. Das Haus wird über die Taanstrasse erschlossen, die verbreitert wird. Für die Anwohner steht eine Tiefgarage zur Verfügung; Besucher können ihre Autos oberirdisch abstellen. «Die Wohnungen bewegen sich preislich im Bereich von 600 000 bis 900 000 Franken, wobei der höhere Betrag auf die Attikawohnung im obersten Stock zutrifft, die zudem Seesicht hat», sagt Niederer.

Deponie kam überraschend

Er nutzte die Gelegenheit zum Kauf des Grundstücks, nachdem er über Dritte erfahren hatte, dass sich die «Krone»-Gastgeberin beruflich verändern wolle. Die Ausschreibung der Wohnungen soll in absehbarer Zeit erfolgen. Niederer ist überzeugt, dass er Käufer findet. «Jeder Standort hat Vor- und Nachteile. Diese Wohnungen liegen nicht gerade an der ruhigsten Strasse, dafür ist man schnell in St. Gallen und in Rorschach und hat zuoberst Seesicht. Auch das Wohnen im Weiler Riederen ist durchaus attraktiv», sagt er.

Dass die Wiese direkt hinter der «Krone» zu einer Aushubdeponie werden soll, sieht Niederer im Gegensatz zu vielen Anwohnern als unproblematisch. «Ich wusste zwar anfangs nichts davon und habe es erst mitbekommen, als das Baugesuch für das Mehrfamilienhaus schon eingereicht war. Einsprache erheben wollte ich aber nie, da in der Deponie nur unbelastetes Aushubmaterial abgelagert wird», sagt der Bauherr. Das Wort Deponie habe halt einen unguten Beigeschmack im Zusammenhang mit Altlasten.

Einige Jahre mehr Verkehr

«Hier will die Firma Kibag aber einfach die heutige Senke etappenweise mit unproblematischem Material auffüllen. Oben soll jeweils sofort wieder begrünt werden.» Zudem sei das Ganze zeitlich begrenzt. «Wenn die Deponie voll ist, ist die Wiese einfach fünf bis sechs Meter höher als heute», so Niederer. Spürbar wird der zusätzliche Verkehr sein. Aber: «Es sind ja nicht 100 Lastwagen am Tag.» Am Infoabend vom März war laut Ingenieur Armin Bachofner die Rede von 46 bis 60 zusätzlichen Lastwagen pro Tag, wobei diese Zahl ein Lastwagenchauffeur aus dem Publikum vorbrachte.

Bezugsbereit im Herbst 2016

Während die Deponie frühestens 2018 für fünf bis acht Jahre in Betrieb genommen wird, geht's beim neuen Mehrfamilienhaus nun zügig vorwärts. «Der Abriss der <Krone> beginnt vermutlich im Juli, so dass wir mit dem Aushub im August anfangen können. Der Baumeister wird im Herbst seine Arbeit aufnehmen. Die Wohnungen sollten dementsprechend im Herbst 2016 bezugsbereit sein», sagt Marcel Niederer.

So soll das neue Mehrfamilienhaus aussehen, hier mit Blick Richtung Riederen. (Bild: Visualisierung: pd)

So soll das neue Mehrfamilienhaus aussehen, hier mit Blick Richtung Riederen. (Bild: Visualisierung: pd)

Marcel Niederer Eigentümer der CN Immobilien AG (Archivbild: Luca Linder)

Marcel Niederer Eigentümer der CN Immobilien AG (Archivbild: Luca Linder)

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