Woher kommt der Osterhase?

REGION. Das Ostergeschäft läuft auf Hochtouren. Im Angebot sind Schokoladenhasen, Ostereier, Zuckereier und vieles mehr. Doch was wissen die Leute über die Herkunft des Osterhasen und den Brauch des Eierbemalens?

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Es gibt eine Legende, die besagt, dass das Hasensymbol aus dem Heidnischen stammt und damals mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wurde. In der byzantinischen Kirche war der Hase ein Symbol für Christus. Bis heute gibt es aber keine genaue Erklärung für den Osterhasen-Brauch.

Und wie ist der Brauch des Eierbemalens entstanden? Es heisst, dass die Bauern im Mittelalter ihren Pachtzins in Form von Eiern bezahlten. Da in der Fastenzeit der Verzehr von Eiern nicht gestattet war, hatten die Bauern an Ostern einen Überschuss an Eiern. Um diese länger haltbar zu machen, wurden sie gekocht. Die gekochten Eier wurden eingefärbt, um sie von den rohen Eiern unterscheiden zu können.

Doch was wissen die Bürger der Seeregion über den Osterhasen? Aufschluss darüber gibt eine Strassenumfrage.

Rita Hasler, 56, kaufm. Angestellte, Rorschach

Da es im Frühling viele Hasen hat, ist es naheliegend, dass der Hase mit Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht wird. Das Ei ist ein Zeichen der Auferstehung und des neuen Lebens. Es gibt auch den Brauch, dass man ein Karfreitags-Ei unter das Bett legt. Angeblich soll man sich dann besser fühlen.

Pius Helfenstein, 54, Pfarrer, Rorschach

Hasen sind im Frühling paarungswillig und bringen viele Jungtiere zur Welt. Im Christentum ist der Hase deshalb ein Symbol für neues Leben. Und somit auch ein Zeichen für Christus und seine Auferstehung. Ich habe mal gehört, dass das Wort Ostern in einer anderen Sprache Ei bedeutet. Das Osterei ist ein Zeichen für Fruchtbarkeit. Das hat auch damit zu tun, dass das Platzen oder Sprengen einer Eierschale beim Schlüpfen mit der Auferstehung in Verbindung gebracht wurde. Denn beim Grabmal Christi wurde ebenfalls der Grabstein «weggesprengt». Warum man Eier bemalt, weiss ich nicht. Vielleicht hat das etwas mit der Fröhlichkeit im Frühling zu tun. Die bunten Farben könnten die Üppigkeit des Lebens symbolisieren.

Marianne Leuzinger, 62, Sekretärin, Rorschach

Soviel ich weiss, wurden die ersten Ostereier rot bemalt. Die Farbe rot soll das Blut Christi symbolisieren. Deshalb sind auch die Schuhe des Papstes rot. Aus meiner Kindheit kenne ich noch das Karfreitags-Ei. Dieses Ei konnte man monatelang stehen lassen, bis es innen ausgetrocknet war. Wenn man es schüttelte, konnte man den getrockneten Dotter hören. Schade finde ich, dass das Brauchtum immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Die Geschäfte wollen an Ostern vor allem eins: Geld verdienen.

Rosmarie Seger, 78, Pensionärin, Rorschach

Woher der Brauch genau stammt, weiss ich nicht. Ich nehme an, dass das Ei eine Art Frühlingsbote ist. Ich habe aber kürzlich gelesen, dass es den Osterkuchen vor den Ostereiern gegeben hat.

Thomas Widmer, 59, PR-Berater, Widnau

Der Brauch stammt aus dem Heidentum. Bei den Germanen galt der Hase als Fruchtbarkeitssymbol. Das Symbol des Hasen hat man dann auch im Christentum übernommen. In der Epoche der Aufklärung begann man zu Ostern Eier zu verstecken und zu bemalen. Im christlichen Barock wurde das Straussenei besonders verehrt. Man glaubte, dass die Befruchtung dieser Eier durch direkte Einwirkung Gottes erfolgte. Man baute speziell geschmückte Untersätze für diese Strausseneier. Von Russland kommen die berühmten Fabergé-Eier.

Verena Eggenberger, 70, Pensionärin, Rorschacherberg

Ich glaube, der Hase galt früher als Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens. Ich vermute, der Brauch war ursprünglich ein heidnischer. Woher die ersten bemalten Eier stammen, weiss ich nicht genau, aber ich vermute, aus dem Osten. Denn in Russland und Tschechien hat das Eierbemalen Tradition. Vor allem die prunkvoll geschmückten Fabergé-Eier sind bekannt.

Bilder und Text:

Samuel Rothenfluh

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