Wo jeder jeden kennt

EGGERSRIET. Am Samstag ging in Eggersriet zum sechstenmal das Sur le Lac über die Bühne. Die Welt schien am familiären Festival eine kleine zu sein, trotz eines Besucherrekords.

Johannes Wey
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Rund 1500 Besucher kamen am Samstag ans Sur le Lac. Wegen der Musik, aber auch wegen der spektakulären Aussicht über den Bodensee. (Bild: Urs Jaudas)

Rund 1500 Besucher kamen am Samstag ans Sur le Lac. Wegen der Musik, aber auch wegen der spektakulären Aussicht über den Bodensee. (Bild: Urs Jaudas)

Über knapp sieben Ecken kennt jeder Mensch jeden. Diese These des US-Psychologen Stanley Milgram erfreut sich bis heute grosser Beliebtheit. Beim Sur le Lac am Samstag in Eggersriet dürfte dieses Netzwerk noch deutlich engmaschiger gewesen sein. Immer wieder waren Besucher zu beobachten, die auf dem Weg von der Bühne zum Bierstand alle zwei Meter Bekannte grüssten. Und dies, obwohl das kleine Open-Air-Festival bei seiner sechsten Austragung mit gegen 1500 Gästen einen Rekord verzeichnen konnte.

Von Anfang an mit Publikum

150 Helferinnen und Helfer hatten auf diesen einen Samstagabend hingearbeitet, alleine die Aufbauarbeiten erstreckten sich laut OK-Mitglied Christoffer Brunner über sechs Tage. Verständlich also, dass der Festivaltag gut genutzt werden wollte. Bereits um 15.45 Uhr stand mit The Bad Shakes die erste Formation auf der Bühne. Von da an füllte sich der Festplatz, kaum grösser als ein Fussballfeld, im Takt des Postauto-Fahrplans mit immer neuen Besuchern.

Auch «le lac» zu sehen

Der Rekordaufmarsch war nicht zuletzt dem Wetter zu verdanken, das dem Festival weitgehend wohlgesinnt war, wofür sich der Ansager auf der Bühne auch artig bedankte. Die Wetterlage machte die spektakuläre Aussicht über den Bodensee, welche dem Anlass seinen Namen gegeben hat, überhaupt erst möglich. Nur vereinzelt zogen kurze, nicht sehr ergiebige Schauer über das Festgelände nahe der Eggersrieter Höhe.

Alle Bodensee-Anrainer dabei

Im Zentrum des Festivals stand aber eindeutig die Musik, und die Mehrzahl der Gäste drängte sich vor der Bühne. Als zweite Band betrat A Crashed Blackbird Called die Bühne, die wie The Bad Shakes aus St. Gallen stammt. Es folgten die Wavering Hands aus Luzern und JJ & Palin aus Zürich, bevor im kleinen Eggersriet die Gäste aus dem Ausland das Zepter übernahmen: Francis International Airport aus Österreich sowie The Mouse Folk, The Micronaut und Touchy Mob, allesamt aus Deutschland oder – genauer – aus Berlin. Nachdem das Sur le Lac im letzten Jahr erstmals Musiker aus dem Ausland begrüsst hatte, stammte heuer somit gleich die Hälfte des Line-ups vom anderen Bodenseeufer.

Programmchef zufrieden

Aus Sicht des Programmchefs Pascal Frei haben die Bands «die Erwartungen von A bis Z übertroffen». Er zeigte sich gestern zufrieden mit dem Verlauf des Festes. Der ganze Anlass sei ohne Probleme über die Bühne gegangen. «Wir hatten unglaubliches Wetterglück.» Die vereinzelten Regenfälle seien kaum ins Gewicht gefallen. «Und der grosse Zuschaueraufmarsch war eine schöne Belohnung für die ganze Arbeit im Vorfeld», sagte Frei. Die Zuschauer seien schon früh gekommen und lange geblieben, und das Festival sei durchwegs friedlich verlaufen. «Und wie die Leute vor der Bühne mitgegangen sind – sie waren ein super Publikum.»

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