Wo hat es da noch Platz für Fussgänger?

Bei einem Spaziergang entlang der Hauptstrasse in Rorschach kann man schon mal ins Grübeln kommen. Wenn ständig Velofahrer an einem vorbeirasen, dabei böse blicken und ihre Entrüstung mit der Veloglocke ausdrücken.

Michel Burtscher
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Nur für Velofahrer: Wo bleibt auf diesem Trottoir noch Platz für die Fussgänger? (Bild: Michel Burtscher)

Nur für Velofahrer: Wo bleibt auf diesem Trottoir noch Platz für die Fussgänger? (Bild: Michel Burtscher)

Bei einem Spaziergang entlang der Hauptstrasse in Rorschach kann man schon mal ins Grübeln kommen. Wenn ständig Velofahrer an einem vorbeirasen, dabei böse blicken und ihre Entrüstung mit der Veloglocke ausdrücken. Wieso die Radler so forsch reagieren, versteht man erst, wenn man auf dem Trottoir vor dem Würth-Gebäude auf den Asphalt schaut: Schön wird da in regelmässigen Abständen mit Symbolen auf dem Boden signalisiert, wo die Velofahrer genau durchfahren dürfen. Doch etwas fehlt da in der Signalisation: die Fussgänger. Wo dürfen sie gehen? Denn so, wie es signalisiert ist, bleibt für sie schlicht kein Platz. Was aber merkwürdig ist, denn immerhin heisst das Ding ja Gehsteig. Und nicht nur das: Der Weg ist gemäss Geoportal des Bundes sogar ein «Wanderweg mit Hartbelag». Aber nirgendwo wird den Fussgängern beziehungsweise Wanderern gesagt, wo sie durchlaufen dürfen. In der Mitte des Trottoirs? Rechts? Links? Auf die Strasse dürfen sie ja wohl kaum. Oder wird da gar nicht mit Fussgängern gerechnet? Hat man sie schlicht vergessen? Darüber kann nur gemutmasst werden. Das soll auch nicht ein Angriff auf die sportlichen Velofahrer sein. Immerhin ist Rorschach – wenn auch nicht gerade eine Velostadt – zumindest eine Stadt, durch die viele Velos fahren. Dass diesen Platz gegeben wird, ist nur recht. Schade ist einfach, wenn man dabei die Fussgänger vernachlässigt.