Wo bleibt das Beziehunglernen?

«Systemwechsel mit Brisanz», 22.9.2010 In den letzten Wochen gab es positive Meldungen aus der Schulverwaltung. Vor allem die Umsetzung von «Mikado», dem altersgemischten Lernen im Heimat-Buchwald-Quartier, hat mich sehr gefreut.

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«Systemwechsel mit Brisanz», 22.9.2010

In den letzten Wochen gab es positive Meldungen aus der Schulverwaltung. Vor allem die Umsetzung von «Mikado», dem altersgemischten Lernen im Heimat-Buchwald-Quartier, hat mich sehr gefreut. Das neue Modell der Einzugsgebiete ist aber leider keine dieser positiven Meldungen.

Zwar verspricht Christian Crottogini, dass die Schülerzuteilung kein Akt vom Schreibtisch aus sein darf, doch dies wird mit dem Systemwechsel beabsichtigt. Es geht der Schulverwaltung um sinnvolle Klassen und das Nutzen freien Schulraumes. Dabei beachtet die Schulverwaltung die Wichtigkeit des Beziehunglernens nicht.

Der Start in die Schule und der Beginn der Ablösung von zu Hause sind extrem wichtig für die Entwicklung unserer Kinder.

Die Kleinsten sollten daher dort den Kindergarten und die Schule besuchen können, wo ihr unmittelbares soziales Umfeld dies tut. Gemeinsame Schulwege, Freizeit und Lernerfahrung bilden in den ersten Schuljahren die Grundlage für die künftige Lernkarriere. Mit zunehmendem Alter nimmt diese enge Verknüpfung mit der nächsten Nachbarschaft ab.

Dazu passt die Lage unserer Oberstufenzentren, denn sie ermöglicht Jugendlichen, den Schritt aus den Quartieren hinaus in die Stadt.

Wenn man dem Beziehunglernen Beachtung schenkt, beschult man Kindergärtler und Unterstüfler nicht nur im nächstgelegenen Kindergarten und Schulhaus, sondern vor allem dort, wo Nachbarskinder hingehen, und zwar nicht nur die gleichaltrigen.

Nun kommt der Schreibtisch der Schulverwaltung doch noch zum Einsatz: Weitsichtige und schulhausbezogene Lösungen müssen entwickelt werden, die nichts mit freiem Raum in anderen Schulorten zu tun haben dürfen.

Dominik Widmer Hirtenweg 7, 9010 St. Gallen