Wittenbacher Familienbande

Ohne die Familie Egloff läuft bei Rover Wittenbach nichts. Walter Egloff gründete einst die Juniorenabteilung, Schwiegersohn Noël Kobler kämpft mit dem Männerteam um den Aufstieg.

Rabea Huber
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Trainer Noël Kobler (rechts) hat von seinem Schwiegervater Walter Egloff das Präsidium von Rover Wittenbach übernommen. (Bild: Urs Bucher)

Trainer Noël Kobler (rechts) hat von seinem Schwiegervater Walter Egloff das Präsidium von Rover Wittenbach übernommen. (Bild: Urs Bucher)

Handball. Mutter Margrit ist die Ausnahme in der Familie Egloff. Sie ist die einzige, die nicht für Rover Wittenbach im Einsatz steht. «Aber das ist auch gut so», sagt ihr Schwiegersohn Noël Kobler lachend, «denn irgendjemand muss auf unsere Kinder aufpassen, wenn wir die ganze Zeit in der Halle verbringen.»

Auch Walter Egloff hat nun mehr Zeit, seine Frau beim Hüten der Grosskinder zu unterstützen.

Vergangenes Jahr gab er das Präsidium an seinen Schwiegersohn ab und übernahm kein Amt mehr bei Rover Wittenbach. «Ich habe immer gesagt, dass ich mit sechzig Jahren aufhören und den Verein in jüngere Hände übergeben werde», sagt Egloff. Ganz untätig ist er trotzdem nicht. Er schreibt Spielberichte und betreut das Jungschiedsrichterpaar des Clubs.

Walter Egloff ist nicht nur der Vater der Familie, sondern auch von Rover Wittenbach. Während 25 Jahren hat er sich unermüdlich für den Club eingesetzt. Ein Jahr nach der Fusion des HC Wittenbach mit Rover Pro Patria gründete er die Juniorenabteilung. Egloff, der in seiner Karriere für Pfader Hospiz in der NLB Grossfeld gespielt hatte, war gerade von St. Gallen nach Wittenbach gezogen.

«Dass es hier für den Nachwuchs keine Möglichkeit gab, Handball zu spielen, hat mich gestört», sagt der 61-Jährige.

Töchter im Vorstand

Auch seine drei Kinder waren Junioren des Clubs. Die beiden Töchter Karin und Daniela schafften später den Sprung in das NLA-Team von St. Otmar. Karin ist mittlerweile nach Bad Ragaz gezogen, trotzdem ist sie bei Rover Wittenbach im Vorstand und betreut das Ressort Finanzen. Daniela hat im Club ihren Mann Noël Kobler kennengelernt.

Sie ist ebenfalls Vorstandsmitglied und für die Administration verantwortlich. Die 32-Jährige spielt mit Wittenbach in der 2. Liga und betreut zudem eine Nachwuchsmannschaft.

Ihr Bruder Reto ist der zweitbeste Skorer des Männerteams, das von ihrem Mann trainiert wird. Die beiden kämpfen nun um den Aufstieg in die 1. Liga. Am Sonntag empfängt Wittenbach im Hinspiel des Playoff-Halbfinals in der Sporthalle Steig um 17 Uhr Pfader Neuhausen. Ob Reto Egloff dann aufläuft, ist noch offen.

Der 26jährige Maschinenmechaniker, der bei Rover auch Trainer der U15-Junioren ist, musste kurzfristig wegen der Arbeit für zwei Wochen in die USA und sollte am Samstag zurück in die Schweiz fliegen. «Er ist ein wichtiger Spieler und würde uns sehr fehlen», sagt sein Schwager und Trainer.

Gute Mischung im Team

Noël Kobler übernahm das 2.-Liga-Team vor fünf Jahren, zuvor hatte er selber der Mannschaft angehört. 2002 stieg Wittenbach zuletzt in die 1. Liga auf und nach einer Saison wieder ab.

Seither hat sich das Team zweimal für die Aufstiegsspiele qualifiziert. «Damit hatten wir unser Saisonziel jeweils bereits erreicht. Doch diesmal wollen wir angreifen», sagt Kobler. Er ist zuversichtlich, dass seinem Team der Aufstieg gelingen wird: «Wir haben eine gute Mischung in der Mannschaft aus routinierten und jungen Spielern.» Die Basis dazu legte sein Schwiegervater mit der Juniorenabteilung. Von 16 Spielern sind 14 aus dem eigenen Nachwuchs.

Egloffs auf und neben dem Feld

Am Sonntag gilt es eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am 10. April in Neuhausen zu schaffen. Die ganze Familie hilft mit: Noël Kobler coacht an der Seitenlinie, Walter Egloff und die restliche Familie unterstützen das Team als Zuschauer und alle hoffen darauf, dass Reto Egloff, dann auf dem Feld stehen kann.

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