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WITTENBACH: Wohnen im Kirchgemeindesaal

Die Gemeinde will das alte Kirchgemeindehaus kaufen und zusätzliche Wohnungen für sozial Schwache einbauen. Der Kaufvertrag muss erst vor die Kirchbürgerversammlung.
Adrian Lemmenmeier
Wird das alte Kirchgemeindehaus verkauft, verschwindet das Relief mit den drei Fischern von der Fassade. (Bild: Urs Bucher)

Wird das alte Kirchgemeindehaus verkauft, verschwindet das Relief mit den drei Fischern von der Fassade. (Bild: Urs Bucher)

Im Obergeschoss des ehemaligen Kirchgemeindehauses an der Vogelherdstrasse 6 wohnen derzeit neun Flüchtlinge in zwei Wohnungen. Das Untergeschoss steht leer. Noch. Denn die Gemeinde will das Haus kaufen und auch in den übrigen Räumen Wohnungen für «sozial Schwächere» einrichten, wie es im Mitteilungsblatt heisst. Künftig sollen 20 Leute in fünf Wohnungen im alten Kirchgemeindehaus wohnen. Damit will die Gemeinde Ersatz schaffen für drei vom Sozialamt genutzte Wohnungen im Martin-Block an der Oedenhofstrasse. Dieser wird im Rahmen der Zentrumserneuerung abgebrochen.

Bevor das Haus von der Kirchgemeinde Tablat-St. Gallen an die politische Gemeinde Wittenbach übergeht, müssen allerdings die Kirchbürger zustimmen. Der Kaufvertrag ist für die Versammlung am 22. April traktandiert (siehe unten).

Auf 100000 Franken verzichtet

Verkauft werden soll das Gebäude für 1,2 Millionen Franken. Weil die Liegenschaft im Budget der Gemeinde noch nicht enthalten ist, soll auch ein Zusatzkredit in Höhe 202 000 Franken gesprochen werden. «Mit diesem Betrag werden die unteren Räume zu Wohnungen umgebaut und einige nötige Reparaturen vorgenommen», sagt Isabel Niedermann, Kommunikationsverantwortliche der Gemeinde Wittenbach. «Für die Gemeinde war es wichtig, dass man weiterhin genügend Wohnungen für sozial Schwache zur Verfügung stellen kann, gerade im Hinblick au f den Abbruch des Martin-Blocks im Zentrum.» Dieser Punkt war auch für die Kirchgemeinde entscheidend. Wie dem Amtsbericht zu entnehmen ist, schlägt die sie den Bürgern «unter Berücksichtigung der beidseitigen sozialen Verantwortung» vor, das Haus an die Gemeinde zu verkaufen – und nicht an einen anderen Bieter. Dies, obwohl ein anderes Gebot um 100000 Franken höher lag als jenes der Gemeinde. «Wir wollten nicht, dass die Weiterverwendung des Hauses der sozialen Grundeinstellung der Kirche zuwiderläuft», sagt Christina ­Hegelbach, Geschäftsführerin bei der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St. Gallen-Tablat.

Hegelbach glaubt denn auch nicht, dass der Verkauf des Kirchgemeindehauses an der Versammlung auf Widerstand stösst. Denn den Grundsatzentscheid, das Haus an die Gemeinde zu verkaufen, haben die Kirchbürger bereits an der letztjährigen Versammlung gefällt. «Jetzt wird lediglich über den Kaufvertrag abgestimmt», sagt Hegelbach. Der Erlös aus dem Verkauf soll für Renovation und Unterhalt von anderen Gebäuden zurückgestellt werden. «Wir sind eine grosse Kirchgemeinde mit insgesamt neun Liegenschaften», sagt Hegelbach. Da falle immer wieder etwas an.

Das Kunstwerk wechselt die Fassade

Geht das alte Kirchgemeindehaus in den Besitz der Gemeinde Wittenbach über, wird seine Fassade künftig anders aussehen: Das metallene Kunstwerk wird abmontiert. Wo es in Zukunft angebracht wird, ist noch unklar. «Es steht aber nicht zum Verkauf», sagt Christina Hegelbach. Das weisse Relief zeigt drei Fischer auf einem Boot mit ausgeworfenem Netz – ein christliches Symbol für das Zusammenkommen der Gläubigen.

Dachsanierung und Steuerfuss

Am Sonntag, 22. April, findet in der evangelischen Kirche Heiligkreuz die Bürgerversammlung der Kirchgemeinde St. Gallen-Tablat statt. Nebst dem Verkauf des alten Gemeindehauses in Wittenbach stehen folgende Geschäfte auf der Traktandenliste: Der Jahresbericht 2017, der Bericht der Geschäftsprüfungskommission, Anträge zum Budget 2018 und zur Festsetzung des Steuerfusses. Auch wird über eine Dachsanierung in der Kirche Halden abgestimmt und gewählt.

Die Versammlung beginnt um 11 Uhr, der Gottesdienst um 9.15 Uhr. Ab 9 Uhr wird eine Kinderbetreuung angeboten. Bis heute Freitag kann man Kinder für die Betreuung anmelden (al).

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