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WITTENBACH: Wittenbach will keine Diagramme auf Vorrat

Die IG Denk Mal will, dass die Bürger mehr statistische Informationen über die Entwicklung der Gemeinde erhalten. Dazu hat sie eine Broschüre zusammengestellt und der Gemeinde angeboten. Diese winkt ab.
Adrian Lemmenmeier
Im Amtsbericht der Gemeinde Wittenbach gibt es vor allem Tabellen, wenige Diagramme. (Bild: Benjamin Manser)

Im Amtsbericht der Gemeinde Wittenbach gibt es vor allem Tabellen, wenige Diagramme. (Bild: Benjamin Manser)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Für den Wittenbacher Michel Klein von der IG Denk Mal steht fest: «Das Wissen, das die Gemeinde Wittenbach den Bürgerinnen und Bürgern momentan zur Verfügung stellt, genügt nicht, um sich eine fundierte Meinung zu bilden.» Aus diesem Grund hat die IG Denk Mal eine 14-seitige Broschüre mit statistischen Diagrammen zur Entwicklung Wittenbachs in den letzten 20 Jahren zusammengestellt. Sie bietet der Gemeinde an, diese Broschüren für den Selbstkostenpreis zu kaufen und an die Stimmbürger zu verteilen.

Die Gemeinde aber hat daran kein Interesse: «Wir haben nicht vor, diese Broschüren zu bestellen», sagt Gemeindepräsident Fredi Widmer. «Alle Statistiken, die wir für unsere Publikationen benötigen, verfassen wir selber.»

Zahlen oder Ideen für die Zukunft

Bereits an der letzten Bürgerversammlung im November hatte Michel Klein den Antrag gestellt, dass der Gemeinderat umfassende Statistiken zur Entwicklung der Bevölkerung oder des Steuerfusses publizieren soll. Auch regte er an, die Gemeinde solle bei ihren Publikationen mehr auf übersichtliche Diagramme denn auf stiere Tabellen setzen. Seine Anträge wurden allerdings deutlich abgelehnt.

Nun ist die IG Denk Mal selber aktiv geworden. Es sei wichtig, dass man seine Meinung aufgrund möglichst vieler Informationen bilden könne, sagt Klein. Die Bürger müssten zum Beispiel wissen, dass die Gemeinde in kaum zehn Jahren 16 Hektaren an landwirtschaftlicher Fläche verloren habe. Auch müssten sie sehen, dass Wittenbach die einzige Gemeinde in der Umgebung sei, welche ihren Steuerfuss nicht habe halten können. «Solche Diagramme werfen legitime Fragen auf», sagt Klein. Gerade beim Projekt Zukunft Wittenbach, bei dem die Bürgerinnen und Bürger Ideen für die Gestaltung der Gemeinde einbringen können, sei es für die Entscheidungsfindung wichtig, eine breite Datengrundlage zu haben.

Hier ist Gemeindepräsident Widmer anderer Ansicht. Beim Projekt Zukunft Wittenbach seien Statistiken nicht so wichtig. «Ideen sind oft wichtiger als Zahlen», sagt Widmer. «Man muss wissen, wo man hin will.» Und wenn historisches oder statistisches Vorwissen zur Meinungsfindung notwendig sei, werde die Gemeinde es den Stimmbürgern nicht vorenthalten. Einfach auf Vorrat Statistiken zu publizieren sei aber der falsche Weg. Allerdings werde man sich überlegen, welche Daten man etwa im Amtsbericht besser mit einem Diagramm darstellen könne.

Die IG Denk Mal hat ihre Broschüre auch den politischen Parteien sowie der Primar- und der Oberstufenschulgemeinde geschickt. Bis jetzt hat sie darauf keine Antwort erhalten. «Wir lassen uns überraschen», sagt Michel Klein auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass er noch Antworten erhalte. Wenn nicht, werde die IG Denk Mal ihre Statistik-Broschüre über ihre eigenen Kanäle verteilen. «Wir geben sie kostenlos ab», so Klein. «Wenn jemand dafür etwas bezahlen will, sind wir natürlich froh darüber.»

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