WITTENBACH: Weg muss Sitter weichen

Der Sitterstrandweg bei der Flussbiegung beim Erlenholz ist schon bald wieder geöffnet. Ab dem 20. April wird ein Provisorium die Zeit bis im Herbst überbrücken.

Johannes Wey
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Am Mittwoch wurde gerodet, damit das Provisorium des Sitterstrandwegs bis am 20. April fertiggestellt werden kann. (Bild: Ralph Ribi)

Am Mittwoch wurde gerodet, damit das Provisorium des Sitterstrandwegs bis am 20. April fertiggestellt werden kann. (Bild: Ralph Ribi)

Johannes Wey

johannes.wey@tagblatt.ch

Seit Anfang Jahr ist ein Abschnitt des Sitterstrandwegs in Wittenbach nach einem Hangrutsch gesperrt (Ausgabe vom 13. Februar). Trotzdem tut sich etwas an der Flussbiegung, die wenige Hundert Meter vom Restaurant «Erlenholz» entfernt liegt: Eine Kettensäge und ein Häcksler dröhnen im Wald, zwei Männer roden an diesem Mittwoch das Gehölz oberhalb des beschädigten Strandwegs. Weiter hinten steht ein Raupenfahrzeug mit Seilwinde, das gerade Pause hat.

Die Sitter frisst sich Richtung Weg

Der Weg soll nach der Rodung bis zum 20. April rund zehn Meter weiter hangwärts provisorisch neu angelegt werden. Damit wäre er für die Allgemeinheit wieder nutzbar, bis die definitive Lösung umgesetzt ist – was gemäss Mitteilungsblatt frühestens diesen Herbst der Fall sein wird. Was bereits feststeht: Der Weg wird einen grösseren Bogen um die Flussbiegung machen als bisher. «Das Wasser der Sitter drängt immer stärker in die Aussenkurve und unterhölt den Hang», sagte Daniel Worni, Leiter der Wittenbacher Bauverwaltung Tiefbau, im Februar.

Der Hangrutsch hatte damals den beliebten Pfad am Wasser auf einer Länge von 50 Metern zerstört: Der Weg sackte mehrere Meter ab, als Tausende Kubikmeter Material in Bewegung gerieten. Den Weg schon im Februar zu reparieren, wäre nicht möglich gewesen, da der Hang zu nass war.

Provisorium verschafft der Gemeinde Zeit

Der letzte Rutsch dieser Grössenordnung hatte sich in Wittenbach vor rund zehn Jahren ereignet. Damals war das Gebiet zwischen Unterchapf und Fuchsloch betroffen.

Die Kosten für das Provisorium belaufen sich laut Isabel Niedermann, Kommunikationsbeauftragte der Gemeinde Wittenbach, auf 7000 bis 8000 Franken. «Das Provisorium verschafft uns Zeit, eine definitive Lösung zu finden, ohne dass dieses Wegstück für längere Zeit gesperrt bleiben muss», sagt sie. Denn einen Weg entlang des Sitterufers zu bauen, bringe einige Herausforderungen mit sich. «Der Flusslauf ist stetig in Bewegung und der Hang ist ein Rutschgebiet», so Niedermann.

Für den definitiven neuen Wegabschnitt würden deshalb verschiedene Varianten geprüft, wobei laut Niedermann nebst den Kosten auch die geologischen Bedingungen und die Bedürfnisse von Fussgängern, Velofahrern und Reitern eine Rolle spielen. Zudem müssten – wie schon für das Provisorium – Verhandlungen mit den Grundeigentümern geführt werden. Wie viel die definitive Instandsetzung kosten wird, und wer sich daran alles beteiligen wird, steht noch nicht fest.