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WITTENBACH: Tempo 30 wird durchgesetzt

Der Gemeinderat will auf Gemeindestrassen möglichst flächendeckend Tempo-30-Zonen einrichten. Er beauftragt die Infrastrukturkommission, bis zum Sommer ein Konzept zu verfassen.
Daniel Wirth
Bald nicht mehr nur freiwillig wegen der Kinder, sondern von Gesetzes wegen: Tempo 30. (Bild: Sabrina Stübi)

Bald nicht mehr nur freiwillig wegen der Kinder, sondern von Gesetzes wegen: Tempo 30. (Bild: Sabrina Stübi)

Daniel Wirth

daniel.wirth@tagblatt.ch

«Freiwillig 30 km/h – wegen uns Kindern.» Diese Signalisation gibt es in Wittenbach innerorts seit rund zehn Jahren an zehn Gemeindestrassenabschnitten. Gemäss Strassenverkehrsgesetz (SVG) gilt dort aber die Maximalgeschwindigkeit 50. Heisst: Wer schneller als mit 30 Kilometern pro Stunde über diese Strassen rollt, kann nicht gebüsst werden.

Das Prinzip der Freiwilligkeit geht dem Gemeinderat jetzt, rund zehn Jahre nach der Einführung, zu wenig weit. Er hat an einer seiner jüngsten Sitzungen beschlossen, auf Gemeindestrassen möglichst flächendeckend Tempo-30-Zonen einzurichten. Gemäss Gemeindepräsident Fredi Widmer ist die Infrastrukturkommission beauftragt worden, bis August dieses Jahres ein Konzept zu erarbeiten. Das Dossier der Kommission soll neben anderen die folgenden Themen berücksichtigen: die Eignung der einzelnen Gebiete, die Meinung der Bewohner dieser Quartiere, den Zeitpunkt der Umsetzung.

Zusammenhängende Tempo-30-Zonen

Warum kommt der Gemeinderat gerade jetzt mit der flächendeckenden Durchsetzung von Tempo 30 auf Gemeindestrassen? «Das hat zum einen mit dem Zehn-Jahres-Strassensanierungsplan zu tun, und zum anderen wurde uns aus verschiedenen Quartieren gemeldet, dass der Appell, freiwillig nicht schneller als mit 30 km/h zu fahren, keine Wirkung zeigt», sagt Gemeindepräsident Fredi Widmer. In vielen Quartieren sei es den Bewohnern ein Bedürfnis, dass Tempo 30 durchgesetzt werde, sagt Widmer. Er schreibt dazu im Mitteilungsblatt der Gemeinde Wittenbach: «Eine verbindliche Tempolimite hat positive Auswirkungen auf die Wohnqualität.» Und sie erhöhe die Sicherheit für Kinder und reduziere Abgas- und Lärmemissionen. Der Präsident des 9000-Seelen-Vorortes der Stadt St. Gallen sagt, bei Tempo 30 würden die Autofahrer nicht viel Zeit verlieren im Vergleich mit Tempo 50. Bei dem soeben auf die Reise geschickten Projekt «Tempo-30-Zonen» handelt es sich gemäss Widmer nicht um einzelne Strassenzüge, sondern um zusammenhängende Gebiete. Weil der Richtplan überarbeitet werden müsse, sei jetzt der richtige Zeitpunkt für Tempo 30.

Unterschiedliche Gestaltungsstandards

In den Richtplänen werde auf die Verkehrserschliessung und die Gestaltungskonzepte für die einzelnen Strassenzüge hingewiesen, sagt Widmer. Wittenbach sei bei der Ausgestaltung der Tempo-30-Zonen in einer speziellen Situation. Denn die Kantonspolizei und die Stadtpolizei St. Gallen hätten unterschiedliche Gestaltungsstandards. Das sei für Wittenbach als Nachbargemeinde von St. Gallen und mit Quartieren, die fliessend in die Stadt reichten, eine Herausforderung.

Diese Aussage Widmers sei zutreffend, was die Vergangenheit angehe, sagt Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik bei der Kantonspolizei. In der Stadt St. Gallen, laut Lendenmann eine Vorreiterin, seien in Tempo-30-Zonen früher auf der Fahrbahn ausschliesslich versetzte Parkplätze markiert worden; auf bauliche Massnahmen sei verzichtet worden. Lendenmann ist der Ansicht, dass es bauliche Massnahmen braucht. In diesem Punkt sei man auch mit der Stadtpolizei übereingekommen, dass auf Stadtgebiet vor versetzten Parkplätzen nach Möglichkeit Pfosten oder «Nasen» gesetzt oder Bäume gepflanzt werden. Denn das Erscheinungsbild einer Tempo-30-Zone sei entscheidend, dass langsam gefahren werde. Stehe auf einem Parkfeld kein Auto, sähen sich Autofahrer nicht dazu veranlasst, das Tempo zu reduzieren.

Grundsätzlich gilt in der ganzen Schweiz die Verordnung des Bundes über Tempo-30-Zonen und Begegnungszonen. Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, sagt, in der Stadt könnten in Tempo-30-Zonen nicht überall bauliche Massnahmen getroffen werden, sonst würde es zu eng für VBSG-Busse.

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