WITTENBACH: Schwimmbad auf Sparkurs

Das Schwimmbad Sonnenrain muss sparen. Dazu hat die Verwaltung im vergangenen Sommer einen Katalog mit Sparmassnahmen erstellt. Diese betreffen vor allem das Personal.

Perrine Woodtli
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Die einzelnen Sparmassnahmen im Wittenbacher Schwimmbad Sonnenrain haben laut der Verwaltung bislang gefruchtet. (Bild: Ralph Ribi)

Die einzelnen Sparmassnahmen im Wittenbacher Schwimmbad Sonnenrain haben laut der Verwaltung bislang gefruchtet. (Bild: Ralph Ribi)

Perrine Woodtli

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tagblatt.ch

100'000 Franken soll das Schwimmbad Sonnenrain künftig pro Jahr sparen. So will es der Wittenbacher Gemeinderat. Dies, weil beim Schwimmbad jährlich ein Defizit resultiert. Die Verwaltung hat deshalb im August 2016 einen Massnahmenkatalog erstellt. Eine Massnahme sind die angepassten Öffnungszeiten. Seit Sommer bleibt das Hallenbad am Dienstag- und Donnerstagvormittag für die ­Öffentlichkeit geschlossen (Tagblatt vom 11. August 2016). Stattdessen findet zu dieser Zeit das Schulschwimmen statt. Klassen von Romanshorn bis Gaiserwald nutzen bis anhin das Hallenbad Sonnenrain. Ziel der Verwaltung ist es, möglichst viele Klassen auf zwei Morgen zu konzentrieren. So könne zu dieser Zeit Personal gespart werden, da Schulklassen jeweils eigene Aufsichtspersonen mitbringen. Das mit dem Schulschwimmen funktioniere bislang gut, sagt Thomas Tanner von der Verwaltung. «Es gibt aber durchaus noch Verbesserungspotenzial. Schliesslich brauchen die Schulen Zeit, um sich neu zu organisieren. Die Klassen können ihre Stundenpläne nicht einfach kurzfristig auf den Kopf stellen.»

Ziel für 2016 fast erreicht

Weiter wurden im Herbst die Billettautomaten aufgerüstet. Die meisten Tickets können heute grundsätzlich nur noch am Automaten gelöst werden. So werde weiter Personal gespart. Abonnemente können nach wie vor an der Kasse gelöst werden. Als dritte Massnahme hat die Verwaltung per März teilweise die Teilpensen der Mitarbeiter reduziert. Laut Gemeinderat Bruno Brovelli könne man erst in einem Jahr sagen, was diese Massnahme gebracht hat: «Es braucht entsprechend Zeit, um zu beurteilen, wie sehr sich die Massnahme auf die Finanzen auswirkt.» Ihm ist bewusst, dass die Reduktion der Pensen nicht gerade den Wunschvorstellungen der Angestellten entspricht. «Ich habe aber nicht das Gefühl, dass deswegen schlechte Stimmung im Team herrscht.» Im August war noch unklar, ob es gar zu Entlassungen kommt. Dieses Thema steht laut Tanner nun aber nicht mehr im Raum. Nach wie vor seien sieben Mitarbeiter angestellt. Die Massnahmen hätten sicher was gebracht, sagt Tanner. Der Rechnungsabschluss 2016 sehe gut aus. Dazu beigetragen hätten auch Massnahmen bezüglich Energieeffizienz. Das Ziel, 100'000 Franken einzusparen, sei fast erreicht worden. «Wenn wir die gleichen Freibadeinnahmen wie 2015 verzeichnet hätten, hätten wir das Ziel erreicht.» Dies liege auch daran, dass 2016 nicht viele Reparaturen und Unterhaltsarbeiten angestanden sind. «Wir hatten also auch Glück.»

Preise für auswärtige Badegäste noch unklar

Bruno Brovelli bestätigt, dass man zum ersten Mal seit Jahren beim Defizit unter 500'000 Franken liege. Der Gemeinderat betont, dass die 100000 Franken, die jährlich gespart werden sollen, eine Wunschvorstellung des Wittenbacher Gemeinderats sind. «Trotzdem ist dieser Wunsch mit diesen Massnahmen realistisch.» Ob der Eintrittspreis für auswärtige Badegäste erhöht werden soll, weiss die Verwaltung noch nicht. Man warte die Ergebnisse der Regio Appenzell AR- St. Gallen-Bodensee ab, erklärt Tanner. Diese klärt in einer Studie Bedarf sowie Finanzierung der Schwimmbäder in der Wirtschaftsregion ab. «Wir entscheiden nichts, solange die Abklärungen nicht abgeschlossen wurden», sagt Tanner. Er steht der Verwaltung noch bis Mitte Mai zur Verfügung. «Ich war 20 Jahre lang für das Schwimmbad im Einsatz. Das ist eine lange Zeit», sagt Tanner. An der Generalversammlung der Genossenschaft im Mai wird sein Nachfolger bestimmt. Dieser sei bereits bekannt.