WITTENBACH: Schüler geben Immigranten eine Stimme

Neun Sechstklässler haben Flüchtlinge im Rahmen des Projektes «Sicht-Bar» gefragt, was Heimat für sie bedeutet. Die bewegenden Antworten tragen die Schüler heute in der Kirche Vogelherd vor.

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Eine Immigrantin mit einer Schweizer Militärdecke. (Bild: Ueli Bächtold)

Eine Immigrantin mit einer Schweizer Militärdecke. (Bild: Ueli Bächtold)

Sie kommen aus Syrien, Aser­baidschan oder dem Sudan. Die Rede ist von Flüchtlingen, deren neues Zuhause nun die Schweiz ist. Und jeder von ihnen hat eine eigene Geschichte, die Marion Rogalla, Dozentin bei der PHSG und Ueli Bächtold von der Evangelischen Kirchgemeinde Wittenbach mit ihrem Projekt «Sicht-Bar» erzählen möchten. Genauer gesagt wird die Geschichte heute Abend im K-Treff von neun Sechstklässlern vorgetragen. «Die Schüler haben die Flüchtlinge gefragt, was Heimat für sie bedeutet», sagt Marion Rogalla. Ziel des Projektes sei es, Vorurteile abzubauen. «Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt an Personen in meiner Gemeinde kennen zu lernen und sie auch für andere Bewohner sichtbar zu machen», sagt Rogalla. Denn oftmals werden «alle Ausländer ­negativ abgestempelt». Mit dem Projekt wolle man Flüchtlingen eine Stimme und ein Gesicht geben. Die Sechstklässler, häufig selbst mit Migrationshintergrund, haben anhand der Interviews einen Text verfasst. Leicht angepasst, entstanden Gedichte, die beschreiben, was Heimat für die Immigranten bedeutet. So erzählt eine Sechstklässlerin über eine geflüchtete Syrerin: «Sie musste weg, doch sie wollte eigentlich bleiben. Sie vermisst alles, den Geruch von Jasmin, und den Geschmack von Safran. Heute ist in Syrien alles anders, heute leben nur noch 17 Millionen Menschen dort, vorher 24 Millionen. Der Geruch ist ­anders, und der Geschmack von Safran ist nicht mehr wie früher.»

Projekt «Sicht-Bar»

Heute Freitag, 19 Uhr, Kirche ­Vogelherd, mit Apéro