WITTENBACH: Raubüberfall in Wittenbach hallt nach

Nach einem erneuten Raubüberfall an der St.Gallerstrasse in Wittenbach geht die Polizei zahlreichen Hinweisen nach. Für die Mitarbeiter beginnt derweil die Verarbeitung der Tat.

Noemi Heule
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Die Acrevis-Filiale in Wittenbach wurde zum zweiten Mal von Bankräubern heimgesucht. (Bild: Angelina Donati)

Die Acrevis-Filiale in Wittenbach wurde zum zweiten Mal von Bankräubern heimgesucht. (Bild: Angelina Donati)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Vermummt mit Kapuze und Sturmhaube, bewaffnet mit einer Schusswaffe und ausgestattet mit einer bunten Einkaufstasche überfiel ein Unbekannter am Donnerstag eine Bank in Wittenbach. So auffällig der ­Täter auftrat, so schnell war er anschliessend spurlos verschwunden. Nach einem Zeugenaufruf der Kantonspolizei (Ausgabe vom 21. Juli ) sind laut Polizeisprecher Florian Schneider Dutzende Hinweise eingegangen. Momentan sei die Kriminal­polizei daran, diese auszuwerten.

Die Acrevis-Filiale in Wittenbach ist nicht das erste Mal Schauplatz eines Raubüberfalls. Bereits im vergangenen Oktober bedrohte ein Mann eine Mitarbeiterin mit einer Pistole, forderte Bargeld und brauste anschliessend mit einem blauen Seat Ibiza davon. Obwohl die Überwachungskamera die Tat festhielt, konnte der Mann bisher nicht identifiziert werden. Ob es sich beim neuerlichen Vorfall um denselben Täter handelt, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagt Schneider.

Die beiden Überfälle bleiben nicht die einzigen an der St. Gallerstrasse in Wittenbach. In den Jahren zuvor wurden wiederholt Tankstellenshops oder Kioske zum Ziel von Räubern. Alle Betriebe liegen an der stark befahrenen Strasse, die das Dorf mit der Stadt verbindet. «Diese Häufung von Überfällen ist nicht verwunderlich», sagt Schneider. Schliesslich suchten Verbrecher mit Vorliebe Orte auf, die es ihnen ermöglichen, so schnell wie möglich abzu­tauchen. Über die St.Galler­strasse flüchten sie in die Anonymität der Stadt oder schlagen die entgegengesetzte Richtung ein und tauchen im Thurgau unter.

Mitarbeiter psychologisch betreuen

Sobald der Täter die Flucht ergreift, beginnt für die Mitarbeiter die Verarbeitung der Tat. Oft wird die Psychologische Erste Hilfe zugeschaltet. Banken verfügten jedoch meist über ein eigenes Auffangnetz für die Opfer, weshalb am Donnerstag laut Schneider keine Betreuung nötig war.

Zum Schutz der Mitarbeiter möchte sich bei Acrevis niemand zum Überfall oder dessen Verarbeitung äussern. Stattdessen soll schnellstmöglich der Courant normal einkehren. Bei der St. Galler Kantonalbank, deren Filiale in Wittenbach nur rund 100 Meter von der Acrevis entfernt liegt, werden Überfälle in der Umgebung mit den Mitarbeitern thematisiert, wie Mediensprecher Adrian Kunz sagt. Es sei wichtig, dass das Verhalten in bedrohlichen Situationen eingeübt und interne Sicherheitsmassnahmen regelmässig aufgefrischt würden. Für den Fall, dass Mitarbeitende Opfer eines Überfalls werden, arbeitet die Kantonalbank mit externen Spezialisten zusammen, die professionelle Betreuung anbieten. Einmal im Jahr nehmen die Mitarbeiter zudem an Schulungen teil, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Generell gelte es, ruhig zu bleiben und keine Risiken ein­zugehen. Polizeisprecher Florian Schneider pflichtet bei: «Niemand soll den Helden spielen.» Ein Menschenleben wiege schliesslich schwerer als Geld. Und, den Täter zu überführen sei die Aufgabe der Polizei, nicht etwa diejenige der Mitarbeiter.