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WITTENBACH: Private können Schulhäuser retten

Der Gemeinderat erachtet die Schulhäuser auf dem Ulrichsberg als "erhaltenswert". Ob und wie die Gebäude später genutzt werden, steht aber noch in den Sternen. Klar ist nur: Es braucht Interesse von Privaten.
Sebastian Schneider
Die beiden über 100-jährigen Schulhäuser an der Wittenbacher Dorfstrasse sind fürs Ortsbild von Bedeutung. (Bild: Urs Bucher)

Die beiden über 100-jährigen Schulhäuser an der Wittenbacher Dorfstrasse sind fürs Ortsbild von Bedeutung. (Bild: Urs Bucher)

Sebastian Schneider

sebastian.schneider@tagblatt.ch

Die beiden Dorfschulhäuser erweisen der Schulgemeinde Wittenbach einen langen Dienst. Im Schulhaus mit weisser Fassade gehen seit rund 145 Jahren Schülerinnen und Schüler ein und aus. Das backsteinfarbene Schulhaus ist rund 105 Jahre alt. Als Lernstätten für Primarschulkinder können die beiden Gebäude, die die Dorfstrasse auf dem Ulrichsberg säumen, nicht mehr dienen. Künftig werden die Schulkinder im geplanten Schulhaus Sonnenrain unterrichtet. Der Abbruch der beiden Dorfschulhäuser wurde während der Planung nie ausgeschlossen. An der letztjährigen Bürgerversammlung erinnerte Gemeindepräsident Fredi Widmer daran, dass die Stimmbürger am 27. November 2016 von einem möglichen Abbruch gewusst hätten, als sie mit einer Zweidrittels-Mehrheit Ja gesagt haben zum Schulhausneubau Sonnenrain. Nun aber setzt der Gemeinderat zumindest ein kleines Zeichen für den Erhalt der Schulhäuser; er hat die beiden Gebäude im Ortsbildinventar als "erhaltenswert" eingestuft.

Öffentliche Nutzung steht nicht in Aussicht

Die Neuigkeit, die kürzlich im "Gemeindepuls" zu lesen war, dürfte vor allem die IG Denk Mal Wittenbach freuen. Die Gruppe überreichte der Gemeindekanzlei vergangenen Frühling einen offenen Brief mit 270 Unterschriften. Die Aktivisten setzten sich damit für «eine faire Chance» für die beiden historischen Schulhäuser ein. Sie sollen einer anderen Nutzung zugeführt werden.

Wie ist die Einstufung "erhaltenswert" im Ortsbildinventar zu werten? Fredi Widmer sagt auf Anfrage, der Gemeinderat habe diese Entscheidung in Absprache mit der Baukommission gefällt, die sich wiederum auf eine Arbeitsgruppe mit externen Fachleuten stützt. Zuerst müsse das Ortsbildinventar durch den Kanton geprüft werden. Danach diene dieses Papier als Grundlage für das Schutzinventar. Es werde wohl Frühsommer, bis dieses Schutzinventar öffentlich aufgelegt werden könne, sagt Widmer.

Neben der fachlichen Ebene gebe es aber auch eine politische Komponente: "Das öffentliche Interesse am Erhalt der Schulhäuser ist gross", sagt Widmer. Dass beide Gebäude abgebrochen werden, hält er selber für "unwahrscheinlich". Auch wenn heute noch völlig unklar sei, wie die Gebäude genutzt werden können. Widmer kann einzig eine öffentliche Nutzung ausschliessen. Die Gemeinde sei nicht interessiert, für die Betriebskosten, die sich etwa durch eine kulturelle Nutzung ergeben könnten, aufzukommen. Es sind also Personen aus der Privatwirtschaft gefragt. Widmer nennt ein Beispiel aus Rheineck, wo ein altes Schulhaus von einem Architekturbüro genutzt wird. Viele weitere Fragen, die sich mit einer möglichen Nutzung der Schulhäuser ergeben, seien noch ungeklärt. Dass noch viele Abklärungen nötig sind, hat vor allem mit der Grünfläche am Dorfhügel hinter den Schulhäusern zu tun.

IG Denk Mal darf immer noch mitreden

Damit der Schulhausneubau Sonnenrain für die Gemeinde überhaupt finanziell tragbar ist, wird die Gemeinde ihr "Filetstück", die Grünfläche "Neuhus", verkaufen oder im Baurecht abgeben. Einer Schätzung zufolge fliessen so etwa zehn Millionen Franken in den Gemeindehaushalt. Die Nutzung der bald ausgedienten Schulhäuser hängt direkt mit dieser Planung zusammen. Doch im Moment weiss man laut Widmer noch nicht einmal, ob für "Neuhus" eine Studie oder ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden soll. "Es braucht noch einige fachliche Abklärungen."

Eine Arbeitsgruppe werde das Entwicklungsgebiet Neuhus weiterverfolgen. Wie bereits an der letztjährigen Bürgerversammlung erwähnt, sei der Gemeinderat bereit, einen Vertreter der IG Denk Mal in die Arbeitsgruppe aufzunehmen. Dieses Angebot stehe nach wie vor, sagt Fredi Widmer.

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