WITTENBACH: Mit echten Kölnern Fasnacht feiern

Morgen Abend wird es im OZ Grünau laut. Zusammen mit sieben weiteren Guggen und zwei DJs feiern die einheimischen Moschtoniker ihr 40-jähriges Bestehen. Spezielle Gäste werden aus Köln erwartet.

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Die Moschtoniker blasen morgen zum Jubiläumsball und präsentieren ihre neuen Gwändli. (Bild: PD)

Die Moschtoniker blasen morgen zum Jubiläumsball und präsentieren ihre neuen Gwändli. (Bild: PD)

Morgen Samstag verwandelt sich das OZ Grünau in ein Schloss. Unter dem Motto «Disney» lädt die Guggenmusik Moschtoniker zu ihrem Jubiläumsball. Mehr als 40 Jahre ist es her, dass einige Pfadfinder beschlossen, die ­Szene etwas zu beleben. «Die Gründungsmitglieder sassen am ­Lagerfeuer, als die Idee aufkam, eine Guggenmusik zu gründen», erzählt Patrick Sutter. «Man wollte etwas Neues ausprobieren.» Als Name wurde Moschtoniker gewählt, eine Mischung aus ­Mosterei und Symphoniker. «Die Gründer wollten dem Ort etwas zurückgeben und uns einen Namen geben, der mit Wittenbach in Verbindung steht.»

1977 fand die erste Fasnacht mit 20 Guggern statt. Damals sei es noch einfacher gewesen, Mitglieder zu finden, sagt Sutter. «Es gab mehr Leute, die ein Instrument spielten, und die Lieder wurden noch schiefer gespielt. Dadurch waren das Musizieren und der Einstieg auch leichter.» Heute werde die Musik tendenziell immer perfekter. Bei den Moschtonikern sei das Niveau recht gemischt. Nicht jeder Ton müsse sitzen. Obwohl die Eintrittsschwelle im Vergleich zu professionalisierten Guggen tief ist, kämpfen auch die Moschtoniker mit dem Nachwuchsproblem. Vor allem an Bläsern fehle es. Generell seien die Leute heute weniger gewillt, ein Instrument zu lernen. Die Auswahl an möglichen Hobbys hat zugenommen. Das mache sich auch an den rückläufigen Mitgliederzahlen bei der Musikgesellschaft Konkordia bemerkbar. Dabei bringte einem das Musizieren auch persönlich viel. «Studien zeigen, dass sich das Musizieren positiv aufs Gehirn auswirkt. Ausserdem bereitet es einfach Freude, in Gesellschaft ein Stück zu spielen», sagt ­Sutter, der seit 2003 bei den Moschtonikern dabei ist.

Kölner Tanzgesellschaft zeigt Akrobatik

Zudem werden über die Guggenmusik Kontakte geknüpft, auch über die Landesgrenze hinaus. Nicht zufällig ist morgen eine Karnevalsgesellschaft aus der Nähe von Köln zu Gast. Am Nachmittag am Fasnachtsumzug und am Abend am Jubiläumsball. Durch seine Arbeit lernte Moschtoniker Roger Schläpfer den Chef des Vereins «Schwerfe bliev Schwerfe» kennen. Nach einem Besuch der Wittenbacher in Köln folgt nun der Gegenbesuch. Laut Sutter reisen etwa 100 Mitglieder der mehrfach prämierten Schwerfener Tanzgesellschaft an. «Auf einer Bühne werden sie ihre Choreografien aufführen. Dazu gehö­ren Figuren, bei denen sie sich gegenseitig meterhoch in die Luft werfen.» Ein weiteres Highlight werden die neuen Kostüme der Moschtoniker sein. Sie werden morgen erstmals präsentiert. Auf dem Programm steht auch eine Tombola. Wobei: Die 200 Lose seien bereits alle verkauft. Alle, die kein Los ergatterten, können auf einen Gewinn bei der Maskenprämierung hoffen. Und auch sonst ist mit zwei DJs, zwei Bars und acht Guggen für Stimmung gesorgt.

Marlen Hämmerli

redaktiongo@tagblatt.ch

Wittenbacher Fasnacht

Morgen Samstag, der Umzug startet 14.15 Uhr ab Schwimmbadparkplatz; ab 19 Uhr Jubiläumsball 40 Jahre Moschtoniker im Oberstufenzentrum Grün­au

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