Wittenbach kann sparen

Die Rechnung 2015 der Politischen Gemeinde Wittenbach schliesst um 1,4 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Damit können Reserven aufgestockt werden, die Sorgen aber bleiben.

Sebastian Schneider
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Wie der Kirchturm auf dem Ulrichsberg waren 2015 die Finanzen in Wittenbach im Lot. (Archivbild: Benjamin Manser)

Wie der Kirchturm auf dem Ulrichsberg waren 2015 die Finanzen in Wittenbach im Lot. (Archivbild: Benjamin Manser)

WITTENBACH. Die Gemeinde Wittenbach scheint den Weg aus dem strukturellen Defizit zu finden. Zumindest resultiert in der Rechnung 2015 keine rote Null wie im vergangenen Jahr, sondern ein Ertragsüberschuss. Immerhin rund 490 000 Franken können den Reserven zugewiesen werden, das Eigenkapital beträgt nun 6,5 Millionen Franken. Für Fredi Widmer, Gemeindepräsident von Wittenbach, ist das Resultat «zufriedenstellend», zu Freudensprüngen sieht er sich aber nicht veranlasst.

1,4 Millionen Franken besser

«Die Beständigkeit muss noch bewiesen werden», sagt er zum Abschluss. Denn nicht nur Sparmassnahmen und eine zurückhaltende Budgetierung hätten zum Ertragsüberschuss beigetragen, sondern auch eine begünstigende Konstellation: «Wir hatten weniger Pflegefälle und Sonderschüler als erwartet», sagt Widmer.

Allerdings gibt es andere grosse Posten, die zu einer Besserstellung von über 1,4 Millionen Franken geführt haben. Ein wichtiger Faktor sind Minderaufwände in der allgemeinen Verwaltung und im Verkehr. Insgesamt wurden etwas mehr als 43,4 Millionen Franken ausgegeben, budgetiert waren 45 Millionen. Auf der Ertragsseite gab es 216 000 Franken weniger als geplant. Obschon bei den Steuern der natürlichen Personen 420 000 Franken mehr eingenommen worden sind als geplant. Weniger eingenommen hat Wittenbach durch den Immobilienhandel: Handänderungssteuern und Grundbuchgebühren lagen zusammen mit rund 310 000 Franken unter den Erwartungen.

Kleine Brötchen gebacken

Investiert wurde 2015 nur mit kleinen Beträgen. Insgesamt sind 590 000 Franken für Investitionen eingesetzt worden, budgetiert war eine Investitionssumme von 1,9 Millionen Franken. Pfadiheim, Telefonanlage und die Überbauung Zentrum-Lee konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht realisiert werden, weshalb die Gemeinde ihre Anteile zurückbehalten hat. Zur Besserstellung tragen aber auch Sparmassnahmen bei. Bei der Verwaltung resultiert etwa ein Minderaufwand von über 375 000 Franken. Gespart hat auch die Schulgemeinde, deren Rechnung um 61 000 Franken besser als budgetiert abschliesst.

Nun soll gemäss Fredi Widmer eine Bestandsaufnahme gemacht werden. «Damit wir schauen können, wo noch Potenzial vorhanden ist.» Dazu zählen auch Defizitreduktionen beim Hallenbad Sonnenrain und beim Kappelhof.

Schulhaus drückt auf Stimmung

Dass Fredi Widmer trotz des guten Abschlusses 2015 nicht euphorisch wird, hat auch mit den zukünftigen Investitionen zu tun. Sorgenfalten bereitet vor allem das neue Primarschulhaus samt Kindergärten und Dreifachturnhalle. Das Projekt, das im vergangenen Jahr vorgestellt wurde, wird planmässig etwa 27 Millionen Franken kosten. Zwischen der Politischen und der Primarschulgemeinde laufen derzeit Gespräche. Genaueres will Fredi Widmer dazu im Moment nicht sagen.

Am 23. Mai findet die Bürgerversammlung statt. Stimmberechtigte können dann über die Rechnung 2015 befinden.

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