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WITTENBACH: Geld ausgeben für das Einkaufen

Ende September stimmen die Wittenbacher über die Neugestaltung des Zentrums ab. Zeit für die Gemeinde, die Kosten offenzulegen. Sie spricht von einem Nullsummenspiel.
Noemi Heule
Im Zuge der Neugestaltung des Zentrums wird der SOB-Tunnel verlängert. (Bild: Hanspeter Schiess)

Im Zuge der Neugestaltung des Zentrums wird der SOB-Tunnel verlängert. (Bild: Hanspeter Schiess)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Die Wittenbacherinnen und Wittenbacher haben sich am Montagabend versammelt, um über Geld zu reden. Genauer: über die Kosten für ein neues Zentrum. Seit sechs Jahren steht die Umgestaltung des Zentrums rund um die Migros Oedenhof auf der Agenda der Gemeinde. Nun sind die Pläne auf dem Tisch. Das letzte Wort haben allerdings die Bürger. Am 24. September entscheiden sie über einen Kredit von 5,2 Millionen Franken für das Grossprojekt. So viel soll die Gemeinde aus der eigenen Kasse bezahlen.

Gemeindepräsident Fredi Widmer stellte am Montag eine Mischrechnung zwischen Gemeinde, Kanton, Bund und Investoren vor. Die Bauprojekte werden von den beiden Grossinvestoren, Migros Ostschweiz und Pensionskasse Appenzell Ausserrhoden, getragen. Die Migros plant einen achtstöckigen Bau inklusive Einkaufszentrum im Erdgeschoss. Sie spricht auf Anfrage von einer «grösseren Investition», könne die Gesamtkosten zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht abschätzen, zumal das Baugesuch erst Ende Jahr eingereicht werde. Die Pensionskasse baut ihrerseits drei Mehrfamilienhäuser auf dem Gebiet des heutigen Feuerwehrdepots. Auf diese Weise soll ein neues Quartier im Wittenbacher Zentrum entstehen.

Die Gemeinde soll derweil für die Erschliessung der Neubauten aufkommen, sowohl für jene im Zentrum als auch für das Migros-Provisorium. Das Provisorium wird während der rund zweijährigen Bauzeit des neuen Einkaufszentrums auf der freien Wiese im Gebiet Neuhus errichtet (Ausgabe vom 17. August).

Der Bach braucht mehr Platz

Mit rund zwei Millionen Franken den grössten Posten auf der gemeinsamen Mischrechnung bildet die Verlegung des Studerswilerbaches. Er fliesst heute unterirdisch durch das Zentrum und soll wegen Hochwassergefahr teilweise offengelegt werden. Anderorts muss der Kanal erweitert werden. Auch wird der Bach umgeleitet und führt neu entlang der Romanshornerstrasse über den SOB-Tunnel. Dafür muss wiederum der Tunnel um rund zehn Meter verlängert werden. Diese Arbeiten sollen im Sommer 2018 vonstatten gehen, da zu diesem Zeitpunkt ohnehin am Tunnel gebaut wird. Die Tunnelverlängerung wird zudem dazu genutzt, die Romanshornerstrasse zu verbreitern.

Die Kosten für die beiden Teilschritte werden grösstenteils von Bund und Kanton übernommen. Die Pläne für die Verlegung des Studerswilerbaches wurden bereits öffentlich aufgelegt; es gingen keine Einsprachen ein. Im Frühjahr 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Fredi Widmer betonte am Montag vor rund 240 Zuhörerinnen und Zuhörern, dass die Kosten für die Gemeinde tiefer ausfallen als der Kredit von 5,2 Millionen Franken vermuten lasse. Das Grossprojekt soll weder den Steuerfuss in die Höhe treiben, noch rote Zahlen in der Erfolgsrechnung verursachen. Ein Grossteil der Kosten fiele laut Widmer ohnehin an; andere werden über separate Rechnungen abgerechnet, etwa die Elektrizitätsversorgung. Der Rest wird über den Verkauf von Land an die Investoren abgegolten. Fünf Grundstücke im Zentrum gibt die Gemeinde aus der Hand, darunter jenes mit dem Feuerwehrdepot. Sie sollen 2,1 Millionen Franken einbringen und so die Gemeindekasse kurzfristig entlasten. Die Wittenbacher stimmen am 24. September denn auch nicht allein über den Kredit ab, sondern auch über den Verkauf der Grundstücke.

Migros-Sortiment statt Kostenfrage

«Wir befinden uns nun auf halbem Weg», sagte Fredi Widmer. Er sprach von «einer einmaligen Chance, in Wittenbach das Einkaufen zu modernisieren» und bat die Zuhörerinnen und Zuhörer, das Projekt an der Urne gutzuheissen. Bis Ende Jahr soll sodann die kantonale Genehmigung aller Teilprojekte vorliegen. Anfang 2018 werden die Hochbauten öffentlich aufgelegt. Im Sommer gleichen Jahres soll der Bau beginnen und die Migros ins Provisorium einziehen.

Fragen aus dem Publikum riefen an diesem Abend nicht vorwiegend die Kosten hervor. Vielmehr beschäftigte das Verkehrsregime, das Sortiment der Migros oder hindernisfreie Strassen für Senioren.

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