Wittenbach eine Nasenlänge voraus

Das Konzept der Energiestadt Wittenbach wurde am Mittwochabend im Werkhof vorgestellt. Neben generellen Informationen standen vor allem die Beiträge, welche die Bürger leisten können, im Zentrum. Strom aus erneuerbaren Quellen soll Erdöl ersetzen.

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Der Werkhof in Wittenbach. (Bild: Patrick Tobler)

Der Werkhof in Wittenbach. (Bild: Patrick Tobler)

WITTENBACH. Diese Woche wurde im Werkhof das Energiekonzept der Gemeinde Wittenbach vorgestellt. Anlass dazu war die neue Photovoltaikanlage, die auf dem Dach des Werkhofes installiert worden war. Referenten der Energieagentur St. Gallen machten eine Bestandesaufnahme.

Auf gutem Weg

Wittenbach war eine der ersten Energiestädte der Schweiz. Genau genommen die fünfzigste. Um das Ziel der 2000-Watt- Gesellschaft zu verwirklichen, müsse aber noch viel Arbeit geleistet werden. Die angestrebten Massnahmen dafür seien eine bessere Isolation von Gebäuden wie auch der Umstieg auf alternative Energien. Heizöl soll durch Strom ersetzt werden. Dieser soll aus Wärmepumpen, Holz und Solaranlagen gewonnen werden. «Unser Ziel ist, dass bis zum Jahr 2050 die Leistung pro Bewohner auf 2100 Watt reduziert wird. Wittenbach liegt heute bei 3900 Watt», sagte Alfons Schmid von der Energieagentur St. Gallen. Der Schweizer Durchschnitt liegt momentan bei 5500 Watt. Der vergleichsweise tiefe Wert Wittenbachs erkläre sich jedoch vor allem durch das Fehlen von energieaufwendiger Industrie.

Alle sollen dazu beitragen

«Allein kann die Gemeinde diese Ziele nicht erreichen. Sie braucht Hilfe aus der Bevölkerung», sagte Philipp Egger, ebenfalls von der Energieagentur St. Gallen. Im häuslichen Gebrauch sollen zur Verbesserung der Energiebilanz Energiesparlampen und Warmwasserboiler eingesetzt werden. Ausserdem wurde das Tool «Energybox» vorgestellt, das auf der Website der Energieagentur St. Gallen zu finden ist. Mit diesem können Interessierte das Stromsparpotenzial ihres Haushaltes berechnen. Dort erfährt man zum Beispiel auch, dass ein Radio im Ruhezustand bis zu 50 Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. (pat)