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WITTENBACH: Ein Genügend für den Gemeinderat

Erstmals seit 14 Jahren hat die Gemeinde eine repräsentative Einwohnerbefragung gemacht. Vieles beurteilen die Wittenbacher als positiv, kritisiert werden die Steuerbelastung und die Arbeit des Gemeinderats.
Corinne Allenspach
Den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung erteilten die Wittenbacher in einer Umfrage besonders gute Noten. (Bild: Ralph Ribi (24. April 2015))

Den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung erteilten die Wittenbacher in einer Umfrage besonders gute Noten. (Bild: Ralph Ribi (24. April 2015))

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Die Meinung der Bürger einholen, das kann eine Gemeinde an der Bürgerversammlung oder bei Urnenabstimmungen. Dann allerdings jeweils nur zu einem bestimmten Thema. Um herauszufinden, wie die Wittenbacher das Leben in ihrem Dorf in verschiedenen Bereichen beurteilen, hat der Gemeinderat vergangenen Herbst zusammen mit der Fachhochschule St. Gallen (FHS) eine Einwohnerbefragung lanciert. Dabei wurden unter anderem Fragen gestellt zu Gemeindeverwaltung, Gemeinderat, Kommunikation, Steuern, Verkehr, Schulen, Sicherheit und Gesundheitsversorgung. Inzwischen sind die Antworten ausgewertet, wie die Gemeinde mitteilt. Von den 960 verschickten Fragebogen kamen 409 ausgefüllt zurück, was einer Quote von 43 Prozent entspricht. Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Am besten schnitten die Bereiche Gemeindeverwaltung, Sicherheit und Schulen ab, am schlechtesten die Steuerbelastung und der Gemeinderat.

Fusion mit der Stadt St. Gallen ist kein Thema

Gemeindepräsident Fredi Widmer ist froh um die repräsentativen Meinungen. Schliesslich liege die letzte Einwohnerbefragung bereits 14 Jahre zurück. Überrascht über das Ergebnis ist Widmer nicht: «Vor allem bei der Steuerbelastung besteht tatsächlich Handlungsbedarf, sowohl im Verhältnis zum Leistungsangebot als auch im Vergleich mit anderen Gemeinden.» Was und wie viel sich verändern lasse, sei allerdings fraglich. Denn gerade finanziell sei der Spielraum einer Gemeinde beschränkt.

Und wie beurteilt er das unterdurchschnittliche Abschneiden des Gemeinderats? «Natürlich hätten wir grundsätzlich überall gern gute Ergebnisse», räumt Widmer ein. Wenn man aber die Resultate im Detail anschaue, zeige sich, dass die Befragten vor allem der Raumplanung schlechte Noten erteilen (3,21 von 5) und dem Eingehen des Gemeinderats auf die Bedürfnisse der Bevölkerung (3,48). «Mit dieser Befragung nehmen wir ja jetzt genau diese Bedürfnisse auf», sagt Widmer. Schliesslich müsse man zuerst wissen, wo ansetzen, bevor man etwas ändern könne.

Dank der standardisierten Fragen der FHS können auch Vergleiche mit anderen Gemeinden gezogen werden. Und da zeigt sich: Abgesehen von der Steuerbelastung und dem Agieren des Gemeinderats geben die Wittenbacher in allen Bereichen leicht bessere Noten als im Durchschnitt. Aufgrund der Ergebnisse werde man im Gemeinderat nun besprechen, in welchen Themenfeldern man Handlungsbedarf sehe, verspricht Widmer.

Was die Befragung ebenfalls zeigt: Eine Fusion mit St. Gallen ist kein Thema. 71 Prozent der Befragten beantworteten die Frage, ob sich der Gemeinderat für einen Zusammenschluss mit der Stadt St. Gallen engagieren soll, mit Nein. Nicht wegzudenken ist für die Wittenbacher hingegen das Hallenbad Sonnenrain. 94 Prozent der Befragten ist dieses wichtig. Überdurchschnittlich gute Noten erteilen die Wittenbacher ausserdem der gesundheitlichen Versorgung mit Ärzten, Spitex usw. sowie dem Postauto- und dem Bahnangebot.

Im April kann die ganze Bevölkerung mitreden

Die Befragung erfolgte im Zusammenhang mit dem Projekt «Zukunft Wittenbach» und die Ergebnisse daraus sollen nicht nur im Gemeinderat reflektiert werden, sondern auch in der Bevölkerung. In einem nächsten Schritt sind diesen Samstag 20 zufällig ausgewählte Wittenbacher eingeladen zu einem sogenannten «Wittenbacher Echo». Der Anlass im kleineren Rahmen ist gleichzeitig Vorbereitung aufs «Wittenbacher Forum» vom 28. April im OZ Grünau. Dort ist die ganze Bevölkerung eingeladen, über das Wittenbach von heute und morgen zu diskutieren. Anmeldungen sind bereits möglich unter info@wittenbach.ch.

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