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WITTENBACH: Das Schloss und sich selber feiern

Die Betreiber von Schloss Dottenwil haben doppelten Grund zum Jubilieren. Das Schloss wird 475, die IG 20 Jahre alt. Dabei haben anfangs nur wenige geglaubt, dass ein Schlossbetrieb mit Freiwilligen funktioniert.
Corinne Allenspach
Die Co-Präsidenten der IG Schloss Dottenwil, Peter Lorenz und Werner Hagmann (rechts), in einer der auf Hochglanz polierten Schloss-Stuben.Stolz blättern die beiden im «Landliebe»-Buch «Sonntags geöffnet», das dem Schloss vier Seiten widmet. (Bild: Urs Bucher)

Die Co-Präsidenten der IG Schloss Dottenwil, Peter Lorenz und Werner Hagmann (rechts), in einer der auf Hochglanz polierten Schloss-Stuben.Stolz blättern die beiden im «Landliebe»-Buch «Sonntags geöffnet», das dem Schloss vier Seiten widmet. (Bild: Urs Bucher)

Corinne Allenspach

corinne.allenspach@tagblatt.ch

Wer in einer der gemütlichen Schloss-Stuben sitzt, und ein Stück des legendären Zimtfladens isst, fühlt sich privilegiert, auch wenn kein blaues Blut in den Adern fliesst. Nur zu gut kann man sich vorstellen, warum der reiche St. Galler Stadtbürger Peter Graf 1543 genau diesen Ort ausgesucht hat für den Bau seines Schlosses. Erhöht auf einem Drumlin gelegen, mit herrlicher Weitsicht bis auf Bodensee und Alpstein. Dass das Schloss auch heute noch, 475 Jahre nach dem Bau, ein Bijou ist, hat es vor allem dem Verein Interessengemeinschaft (IG) Schloss Dottenwil zu verdanken. Vor 20 Jahren gegründet, lebt er noch immer jenem Ziel nach, das die Initiantengruppe zu Beginn formuliert hat: «Schloss Dottenwil soll für die Wittenbacherinnen und Wittenbacher das Ortsmuseum, ein Ort der Begegnung, der Musse und Kultur, ein Ausflugsziel und Stolz der Gemeinde und Region sein.»

Das Schloss hatte nicht nur drei Bauherren, sondern auch 33 Besitzer im Laufe der Jahrhunderte, wie Werner Hagmann, Co-Präsident der IG weiss. Einst diente es gar als Molken-Kurhotel. Seit 1886 ist das Schloss im Besitz der Gemeinde Wittenbach. Diese betrieb darin über 100 Jahre das Armen- und Altersheim, bis Ende 1997. Danach war eine neue Nutzungsstrategie gefragt – die IG, initiiert von Paul Huber selig, hatte sie. Damit die IG zusammen mit der Museumsgesellschaft das Schloss nutzen kann, wurde ein Leihvertrag mit der Gemeinde abgeschlossen. Dieser wird alle fünf Jahre erneuert, der aktuelle gilt bis 2021.

Die Kritiker sind längst verstummt

Zu Beginn wurde der IG ein dreijähriger Probebetrieb zugestanden. In der Bevölkerung habe es sehr viele kritische Stimmen gegeben, erinnert sich Co-Präsident Peter Lorenz: «Viele Leute waren überzeugt, ein Schlossbetrieb, basierend auf Freiwilligenarbeit, funktioniere sowieso nicht.» Aber die Kritiker wurden eines Besseren belehrt. Heute ist Schloss Dottenwil der lebhafte Beweis dafür, was möglich ist, wenn Sachverstand, Visionen, Herzblut und Freiwilligenarbeit in hohem Masse aufeinandertreffen. Längst ist das Schloss nicht nur der Stolz der Gemeinde Wittenbach, sondern auch ein Vorzeigeprojekt in der Region.

Vor allem bei schönem Wetter kommen Spaziergänger, Velofahrer und Ausflügler aus Nah und Fern, um sich von Freiwilligen bewirten zu lassen. Rund 400 Mitglieder zählt der Verein aktuell, und der Vorstand kann auf über 200 Helferinnen und Helfer zählen. Ihnen und allen anderen, die zum Gelingen des Schlossbetriebs beitragen, will die IG dieses Jahr speziell danken. «Auf einen grossen Festakt verzichten wir bewusst, um nicht das restliche Kulturprogramm zu konkurrenzieren», sagt Lorenz. Stattdessen plane man mehrere kleinere Jubiläumsanlässe. Als Dank an die Gemeinde hat die IG bereits im Januar den Service am Freiwilligenanlass übernommen. Im Sommer sind zudem zwei Helfer-Partys geplant, und am 1./2. September ein Wochenende des offenen Schlosses. Dort sollen vor allem Familien und die Wittenbacher Bevölkerung angesprochen werden. Unter anderem wirkt die Schule für Musik mit, es wird altes Handwerk gezeigt und am Abend tritt das Cello-Comedy-Duo Calva auf. «Das Duo spielt klassische Musik mit viel Humor und irrwitzigen Einfällen», verspricht Hagmann.

Freiwillige anheuern ist Daueraufgabe

Die IG will sich aber auch ein bisschen selber feiern. «Es ist ein Riesenerfolg, dass es seit 20 Jahren immer wieder gelingt, den Bestand an Freiwilligen zu erneuern», sagt Werner Hagmann. Stetig neue Helferinnen und Helfer zu finden und Leute zum Mitmachen zu motivieren, sei denn auch eine Daueraufgabe. «Dabei hilft uns sicher der gute Name», ist Peter Lorenz überzeugt. «Schloss Dottenwil ist ein Begriff, das kennt man.» Ausserdem trifft man immer wieder auf bekannte Gesichter. Essen und Kultur geniessen in familiärem Ambiente: Auch das ist ein Teil des Erfolgsrezepts.

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