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WITTENBACH: Bahnstrecke St.Gallen-Wittenbach wird im Sommer während neun Wochen unterbrochen

Demnächst ist Baustart für die Sanierung des Bruggwaldtunnels und des Galgentobeltunnels. Die Bahnstrecke nach St.Gallen wird während neun Wochen unterbrochen.
Adrian Lemmenmeier
Diesen Monat beginnen in Wittenbach die Bauarbeiten. Erst werden die Gleise am Bahnhof, dann die Tunnel saniert. (Bild: Michel Canonica)

Diesen Monat beginnen in Wittenbach die Bauarbeiten. Erst werden die Gleise am Bahnhof, dann die Tunnel saniert. (Bild: Michel Canonica)

Die Erneuerung des Wittenbacher Zentrums ist ein bunter Strauss verschiedener Bauprojekte: Wohnhäuser werden abgebrochen, Strassen ausgebaut, der Studerswilenbach verlegt, eine neue Migros gebaut, Mehrfamilienhäuser erstellt, der Bahnhof erneuert und zwei Eisenbahntunnel saniert. Nach langer Planung werden diesen Monat die ersten Projekte konkret: Die Schweizerische Südostbahn (SOB) saniert den Wittenbacher Bahnhof und bessert den Bruggwaldtunnel und den Galgentobeltunnel aus.

Wegen des Umbaus wird die Bahnstrecke Wittenbach–St.Fiden im Sommer während neun Wochen unterbrochen. Es verkehren Ersatzbusse (siehe Zweittext). Gut 30 Millionen Franken wendet die SOB für die Erneuerungsarbeiten zwischen St.Fiden und Wittenbach auf.

Mit Wasser gegen Beton

Gemeinsam mit Vertretern der Gemeinde informierten die Projektleiter der SOB in der Aula des OZ Grünau über die Bauprojekte. «Im Tunnel wird die alte Betonverschalung abgetragen», sagte Manfred Guntlin, Gesamtprojektleiter der Tunnelsanierungen. Dies geschieht mit Wasser, das unter Höchstdruck auf die Betonwände gespritzt wird. Die kaputten Stellen werden ausgebessert, und die Entwässerung wird erneuert. Eine neue Deckenstromschiene ersetzt die elektrische Fahrleitung. Im Galgentobeltunnel, der 96 Meter lang ist, wird die Schotterfahrbahn saniert. Im 1730 Meter langen Bruggwaldtunnel wird diese durch eine feste Fahrbahn ersetzt. «Sowohl durch die Deckenstromschiene als auch durch das feste Fahrfundament gewinnen wir Höhe», sagte Guntlin. Somit können nach der Sanierung auch doppelstöckige Züge durch den Bruggwaldtunnel fahren. Der Tunnel wird aber nicht nur höher, sondern auch länger. An das Portal bei der Romanshornerstrasse werden gut zehn Meter angebaut, damit die Strasse verbreitert werden kann. Die Verlängerung des Tunnels schafft ausserdem die Voraussetzung, damit der Studerswilenbach umgeleitet werden kann. Er verläuft danach über dem Tunnel. So sollen künftig Überschwemmungen verhindert werden.

Noch diesen Monat beginnt die Sanierung der Gleisanlagen am Wittenbacher Bahnhof. Dabei werden die in die Jahre gekommenen Gleise auf Vordermann gebracht. Die Personenunterführung wird neu abgedichtet.

Nachtarbeiten und Baulärm

Die gut 60 Wittenbacherinnen und Wittenbacher, die der Infoveranstaltung beiwohnten, interessierte vor allem ein Thema: der Baulärm. Denn in den Tunnels wird auch nachts gearbeitet. Ein Anwohner äusserte Bedenken, dass eine feste Bodenplatte im Bruggwaldtunnel den Schall der fahrenden Züge wohl besser übertrage als ein Schotterbecken. «Fachleuten zufolge bringt das keine wesentliche Veränderung», sagte darauf Projektleiter Guntlin. Natürlich: Beim Umbau gebe es auch Lärm. Die SOB wolle die Emissionen aber so gering wie möglich halten, und werde im Voraus über lärmintensive Phasen informieren.

Neun Wochen Streckenunterbruch

Den Umbau der beiden Tunnel teilt die SOB in drei Phasen: Vom 8. April bis am 5. Juli laufen Vorarbeiten. Diese werden in der Nacht verrichtet. Nach 20.50 Uhr fahren deshalb keine Personenzüge mehr durch die Tunnel. Für die Reisenden werden Ersatzbusse zur Verfügung gestellt. Diese fahren ab 20.52 Uhr vom Bahnhof St.Gallen im Halbstundentakt nach Wittenbach. In umgekehrter Richtung verkehren die Busse ab 21.20 Uhr, ebenfalls jede halbe Stunde. Eine zweite Buslinie bedient den Bahnhof St. Fiden von Wittenbach aus. Um 21 Uhr fahren die Busse ab St.Fiden, um 21.20 Uhr ab Wittenbach.

In der zweiten Bauphase, vom 9. Juli bis am 9. September, ist die Bahnlinie zwischen Wittenbach und St Fiden vollständig gesperrt. Dann wird der Zugverkehr gänzlich durch Busse ersetzt. Die Bahnersatzbusse halten in Wittenbach auf dem Bahnhofplatz beim Güterschuppen. In St.Fiden können die Passagiere beim Kiosk neben den Gleisen auf die Busse umsteigen. Und am Bahnhof St.Gallen halten die Busse vor dem Bahnhofsgebäude gegenüber der Hauptpost, nahe der Unterführung West.

Die dritte Bauphase dauert vom 10. bis am 20. September. Dann werden Nacharbeiten erledigt. Dabei wird – wie in der ersten Phase – nur der abendliche Zugverkehr auf Ersatzbusse umgeleitet. (al)

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