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WITTENBACH: Archaisches und Schattenhaftes

Der St. Galler Fotograf Karsten Risseeuw stellt zum Saisonstart von Schloss Dottenwil in der Kellergalerie aus. Die Bilder zeigen Reflexionen, verlassene Gegenden und Abstraktes aus dem Alltag.
Nina Rudnicki
Karsten Risseeuw mit zwei seiner Bilder, die bis 22. April im Schloss ausgestellt sind. (Bild: Benjamin Manser)

Karsten Risseeuw mit zwei seiner Bilder, die bis 22. April im Schloss ausgestellt sind. (Bild: Benjamin Manser)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

«Meine Bilder sollen eine universale Aussage machen, so dass die Betrachtenden sich in ihnen erkennen», sagt Karsten Risseeuw. Der St. Galler Fotograf mit holländischen Wurzeln stellt ab heute Samstag im Schloss Dottenwil in Wittenbach aus. Unter dem Titel «wahr | nehmen» zeigt Risseeuw 81 seiner Bilder. «Das Wort ‹wahr | nehmen› ist bewusst mit Trennstrich geschrieben, weil es darum geht, etwas sichtbar zu machen und verschiedene Sichtweisen zu entdecken», sagt er. «Die gewonnene Erkenntnis muss man sich selbst zu eigen machen, als wahr annehmen. Das ist immer ein persönlicher Prozess.» Auf seinen Fotografien entdeckt der Betrachtende immer wieder Neues. Die Serie «Reflexionen aus Paris» zeigt etwa Fenster, Strassenecken und Torbogen. Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass ein Teil des Bildes nur eine Reflexion, etwa in einem Schaufenster, ist. Nebst architektonischen Bildern gibt es auch viele von Landschaften, Menschen und Abstraktem wie Ausschnitte von Zebrastreifen. Risseeuw fotografiert häufig Oberflächen und Strukturen. Zum Teil sind die Fotografien koloriert und wirken wie Gemälde.

Kein Tag ohne Fotografieren

«Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht fotografiere», sagt Risseeuw. «Wenn ich keine Kamera dabei habe, spontan aber ein Motiv entdecke, nehme ich einfach mein iPhone.» So entstanden ist etwa das Bild eines Mädchens auf dem Gallusplatz in St. Gallen, das sich vor einem Verkaufsstand Schuhe anschaut. Viele der Fotos zeigen St. Gallen: Die Multergasse mit flüchtigen und schattenhaften Gestalten. Die drei Weieren als eiskalte Winterlandschaft. Andere Bilder führen in verlassene Gegenden, Wüsten und archaische Gebirge in Israel.

Das Fotografieren hat sich Risseeuw autodidaktisch beigebracht. Mit zwölf Jahren kaufte sich der heute 56-Jährige seine erste Kamera. Zunächst absolvierte er eine theologische, anschliessend eine grafische Ausbildung. 1986 zog er von den Niederlanden in die Schweiz. In St. Gallen gründete er 1994 seine eigene Firma, zu deren Dienstleistungen unter anderem eine Bildagentur und Softwareentwicklung für Bildagenturen und Fotografen gehören. «Ich habe jeden Tag Tausende von Fotos durchgeschaut. Dabei lernt man, Fotos zu betrachten und zu interpretieren», sagt er. Obwohl Risseeuw schon fast sein gesamtes Leben lang fotografiert, hat er seine eigenen Fotos erstmals vor vier Jahren ausgestellt. Damals fing er an, seine Bilder auf Social-Media-Kanälen zu veröffentlichen. Die positiven Rückmeldungen bestärkten ihn darin, einen Schritt weiter zu gehen und eine Ausstellung zu organisieren.

Zwischen abstrakter Kunst und Naturalistischem

Risseeuw sieht sich nicht nur als Fotograf, sondern auch als Gestalter. «Ich halte nicht nur Momente fest, sondern arbeite mit Bewegung, Belichtung und Zeit, bis ein neues Bild entsteht.» Seine Ausstellung beschreibt er als visuelle Reise zwischen abstrakter Kunst und naturalistischer Wiedergabe, zwischen Schwarz-Weiss- und Farbfotografie. Sie ist aber auch eine Reise durch die verschiedenen Jahre seines Schaffens.

Vernissage, heute Samstag, 17 Uhr, Kellergalerie Dottenwil

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