WITTENBACH: 1,8 Millionen für Kindergarten

Der Kindergarten Kronbühl soll erweitert und erneuert werden. Übermorgen stimmen die Bürger über das 1,8-Millionen-Projekt ab. Die SVP kritisiert das Vorgehen der Schulgemeinde.

Noemi Heule
Drucken
Teilen
Der Kindergarten Kronbühl stösst an seine Kapazitätsgrenze; er soll deshalb erweitert werden. (Bild: Jil Lohse)

Der Kindergarten Kronbühl stösst an seine Kapazitätsgrenze; er soll deshalb erweitert werden. (Bild: Jil Lohse)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Der Kindergarten Kronbühl in Wittenbach ist in die Jahre gekommen. Vor 50 Jahren wurde das Gebäude errichtet, vor 20 Jahren zum letzten und einzigen Mal – zumindest aussen – erneuert. Nun soll er saniert und erweitert werden. An der Bürgerversammlung stimmen die Wittenbacher übermorgen über das 1,8-Millionen-Projekt ab. «Zu teuer» findet die SVP und kritisiert Vorhaben und Vorgehen der Schulgemeinde.

«Im Winter bilden sich an der Innenseite der Fenster Eiszapfen», sagt Schulratspräsidentin Ruth Keller. Der Kindergarten entspreche thermischen Anforderungen nicht mehr. Mehr noch: Auch pädagogischen Ansprüchen könne er nicht genügen. «Als er vor 50 Jahren gebaut wurde, gab es noch keine Blockzeiten.» Nur selten seien alle Kinder gleichzeitig vor Ort gewesen. Heute jedoch müsse ein Kindergarten nebst Klassenzimmern zwingend über Gruppenräume verfügen. Diese befinden sich derzeit im angrenzenden Schulhaus. «Der Ortswechsel frisst täglich wertvolle Zeit weg», sagt Ruth Keller.

Kinder haben zu wenig Platz

Nebst einem neuen Gruppenraum soll mit der Erweiterung des Kindergartens ein zusätzliches Klassenzimmer entstehen. Statt zwei Klassen sind neu deren drei geplant. Dafür wird dem Obergeschoss ein kubusförmiger Vorbau angehängt.

Im Gegenzug soll der ehemalige Kindergarten Bruggwiesen verkauft werden. Bevor es aber so weit ist, soll das Gebäude erneut Kindergärtler beherbergen. Vor rund drei Jahren wurde der Kindergarten geschlossen, seither wird er für die Frühförderung genutzt. Während der einjährigen Bauzeit soll eine Klasse aus dem Kronbühl ins Bruggwiesen-Quartier ziehen, die andere wird im Schulhaus untergebracht. Nebst diesen grossen Veränderungen sind weitere Verbesserungen geplant. So soll unter anderem der Eingang von der Zufahrtsstrasse in den autofreien Innenhof verlegt werden; die Schulstrasse wird verschmälert.

An der Informationsveranstaltung zur Bürgerversammlung wurde das Bauprojekt bereits besprochen – und löste Fragen aus. Etwa, ob die Erweiterung dem Bevölkerungswachstum gerecht werde. Ruth Keller verwies auf eine Studie der Strittmatter Partner AG, wonach sich die Schülerzahl einpendeln soll.

Kritik weht dem Projekt vor allem seitens der SVP entgegen. Die Ortspartei spricht von einer «unhaltbaren Situation». So sei kein Bauermittlungsverfahren gemacht worden; es werde «ein Projekt zur Abstimmung gebracht, bei dem nicht geklärt wurde, ob es bewilligungsfähig sei», schreibt sie in einer Mitteilung. Die Partei erinnert an die Turnhallensanierung vor vier Jahren: Diese wurde damals durch die Schulbürger abgesegnet – die Turnhalle sollte ein Flachdach erhalten. Anschliessend jedoch lehnten Gemeinderat und Baukommission das Vorhaben teilweise ab; das Giebeldach musste bleiben. Dies soll sich nicht wiederholen. Gleicher Meinung ist Ruth Keller: «Der Architekt hat das Vorhaben mit Bauamt und Feuerwehr besprochen», entgegnet sie. Unklare Punkte seien baurechtlich auf ihre Bewilligungsfähigkeit hin überprüft worden.

SVP kritisiert Verfahren und Kosten

Der Architekt wolle sich mit dem Millionenprojekt ein Denkmal schaffen, setzt die SVP nach. «Ich weiss nicht, ob sich ein Architekt mit einer Kindergartenerweiterung ein Denkmal setzt», hält Ruth Keller entgegen. Mit einem Kubikmeterpreis von 570 Franken sei das Vorhaben zudem relativ günstig. Ein Neubau käme pro Kubikmeter fast 300 Franken teurer zu stehen. Sollten die Schulbürger dem Projekt zustimmen, ist der Zeitplan eng: Der Baustart ist im Herbst geplant.

Aktuelle Nachrichten